{"id":158,"date":"2015-05-03T20:57:21","date_gmt":"2015-05-03T18:57:21","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=158"},"modified":"2015-05-03T20:57:21","modified_gmt":"2015-05-03T18:57:21","slug":"trauer-nach-einer-totgeburt-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=158","title":{"rendered":"Trauer nach einer Totgeburt"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\">Eine empirische Analyse zur Betreuung betroffener Frauen und Paare.Eine Handreichung f\u00fcr professionelle HelferInnen.<\/h2>\n<h3>Jessica Wolf<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>7. Abschiedsrituale beim fr\u00fchen Tod eines Kindes Die Verarbeitung des Verlusts durch rituelle Handlungen<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b><i>7.4.1 Den Verlust begreifbar machen<\/i><\/b><\/span><b><i><\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Die Begegnung mit dem toten Kind \u2013 davor schrecken zun\u00e4chst viele Eltern zur\u00fcck. Sie haben Angst davor, dass das Kind missgebildet ist, oder werden evtl. zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Anblick eines toten Menschen konfrontiert. Die Gelegenheit, das eigene Kind sehen und m\u00f6glicherweise sogar halten oder baden zu k\u00f6nnen, erlaubt den Eltern die Situation, im eigentlichen Sinn des Wortes, zu begreifen. Der k\u00f6rperliche Kontakt mit dem Baby hilft, den Verlust zu realisieren. (vgl. Borg\/Lasker 1987, 56ff) 8 Zu weiteren Ausf\u00fchrungen bez\u00fcgl. Abschiedsritualen, die nach einer l\u00e4ngeren Trauerzeit vollzogen werden, siehe u.a. Nijs 1999, 35ff.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Zudem kann so die Bindung der Eltern zum Kind vollendet werden, was f\u00fcr einen heilsamen Trauerprozess wichtig ist. (vgl. Lothrop 1998, 80) Viele in der Praxis T\u00e4tige berichten davon, dass die Verarbeitung einer Tot- oder Fehlgeburt wesentlich davon abh\u00e4ngt, ob den Eltern die M\u00f6glichkeit gegeben war, das Kind kennen zu lernen. \u201eNoch zwanzig und mehr Jahre sp\u00e4ter hatten viele keinen Frieden damit gefunden und litten noch immer unter der Last von Unverarbeitetem. Wenn die begonnene Bindung abrupt abgebrochen wird, bleibt eine gro\u00dfe Unruhe zur\u00fcck. Unser Baby kennen zu lernen, unsere Beziehung zu ihm zu bejahen, erm\u00f6glicht ein gutes, heilsames Abschiednehmen\u201c (Lothrop 1998, 80). F\u00fcr ein solches Abschiednehmen brauchen trauernde Eltern konkrete Erinnerungen. Erinnerungen daran, wie das Baby ausgesehen hat, was besonders an ihm war, wem es \u00e4hnlich gesehen hat. Somit erh\u00e4lt das Kind seinen sicheren Platz im Leben der Familie und es bleibt nicht das Gef\u00fchl zur\u00fcck, etwas Wichtiges vers\u00e4umt zu haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">H\u00e4ufig haben Eltern zun\u00e4chst Angst davor, ihr totes Kind zu sehen, oder lehnen es im ersten Augenblick nach der Entbindung sogar ab. Professionelle HelferInnen k\u00f6nnen hier die betroffenen Eltern unterst\u00fctzen, indem sie einf\u00fchlsam schildern, wie das Kind aussieht und ggf. welche Fehlbildungen es hat. Das nimmt M\u00fcttern und V\u00e4tern die Scheu vor der ersten Begegnung. (vgl. Lothrop 1998, 84ff) Wenn Kinder mit Fehlbildungen zur Welt kommen, steht oft die Frage im Raum, ob die Eltern den Anblick \u00fcberhaupt verkraften k\u00f6nnen. Die Erfahrung aus der Praxis hat jedoch gezeigt, dass die Realit\u00e4t nie so schlimm ist wie die \u201aMonsterfantasien\u2019, die die Eltern entwickeln k\u00f6nnen, wenn sie ihr Kind nicht sehen. (vgl. Internet 1) Eltern sehen ihr Baby mit den Augen einer Mutter bzw. eines Vaters und nicht aus der klinischen Sicht des medizinischen Betreuungspersonals. \u201eFehlbildungen werden oft nicht wahrgenommen oder stehen zumindest nicht im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern Eltern verweilen bei dem, was an ihrem Kind sch\u00f6n und einzigartig ist, und bewahren das in ihrem Herzen\u201c (Lothrop 1998, 85).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">In diesem Zusammenhang muss angemerkt werden, dass nicht alle Eltern den Wunsch haben, ihr verstorbenes Kind zu sehen. H\u00e4ufig wird diese Entscheidung im Nachhinein bereut, andere Eltern jedoch bleiben \u00fcberzeugt davon, den f\u00fcr sie richtigen Weg eingeschlagen zu haben. (vgl. (Borg\/Lasker 1987, 56) Wenn die Eltern es ablehnen, ihr Baby anzusehen, sollte jemand anders (z.B. ein Familienmitglied oder ein Freund\/eine 74.Freundin) in der Lage sein, es sp\u00e4ter genau zu beschreiben, um so m\u00f6gliche Fragen beantworten zu k\u00f6nnen. (vgl. Lothrop 1998, 82)<\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Die vollst\u00e4ndige Diplomarbeit kann unter<\/b><\/span><br \/>\n<b><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/home.arcor.de\/jessiw\/downloads.htm\">http:\/\/home.arcor.de\/jessiw\/downloads.htm<\/a><br \/>\nals PDF-Datei heruntergeladen werden.<\/span><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine empirische Analyse zur Betreuung betroffener Frauen und Paare.Eine Handreichung f\u00fcr professionelle HelferInnen. Jessica Wolf 7. 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