{"id":268,"date":"2015-04-26T20:52:51","date_gmt":"2015-04-26T18:52:51","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=268"},"modified":"2015-04-26T20:52:51","modified_gmt":"2015-04-26T18:52:51","slug":"kennenlernen-und-abschied","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=268","title":{"rendered":"Kennenlernen und Abschied"},"content":{"rendered":"<h2 align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">aus der Brosch\u00fcre Gute Hoffnung, j\u00e4hes Ende von Hannah Lothrop<\/span><\/h2>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Entgegen landl\u00e4ufiger Meinung ist das Bestehen und die Entwicklung einer Bindung zum Baby die beste Voraussetzung f\u00fcr ein heilsames Abschiednehmen, ein Wieder-heil-werden-K\u00f6nnen und die F\u00e4higkeit, sp\u00e4ter neue Bindungen eingehen zu k\u00f6nnen. Deshalb ist es wichtig, da\u00df der Proze\u00df der Bindung stattfindet, vollendet und nicht abrupt unterbrochen wird, selbst wenn das Baby tot ist oder stirbt.<img loading=\"lazy\" class=\" size-full wp-image-212 alignright\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Gutehoffbrosch.gif\" alt=\"Gutehoffbrosch\" width=\"177\" height=\"257\" \/><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wir brauchen konkrete Erinnerungen an unser Kind. Daf\u00fcr hat es sich als positiv erwiesen, unserem toten Baby wirklich begegnen zu k\u00f6nnen: es genau anzusehen, zu ber\u00fchren, im Arm oder &#8211; wenn es noch sehr klein ist &#8211; in unseren H\u00e4nden zu halten und es vielleicht, je nach Situation, auch zu baden und anzuziehen &#8211; die einzige Gelegenheit, die wir dazu je haben werden. Wir brauchen Zeit, die Einzigartigkeit dieses Kindes wirklich in uns aufzunehmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Das Loslassen-Lernen, was im Leben allm\u00e4hlich geschehen kann, uns aber wahrscheinlich nicht immer gelingt, m\u00fcssen wir nun in kurzer Zeit und unter schwierigen Umst\u00e4nden leisten. Wir brauchen dabei jede nur erdenkliche Unterst\u00fctzung. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Das Entstehen einer Bindung erm\u00f6glichen <\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">In meinen Gespr\u00e4chen sind mir keine Eltern begegnet, die im nachhinein w\u00fcnschten, sie h\u00e4tten ihr Kind nicht gesehen. Doch fast alle Eltern, die es nicht sahen, sprechen auch Jahre danach noch Bedauern dar\u00fcber aus oder Wut auf das Pflegepersonal, das sie um diese M\u00f6glichkeit gebracht hat. Manche davon waren offensichtlich in der zweiten Stufe des Trauerprozesses steckengeblieben, sp\u00fcrten auch noch nach langer Zeit eine unstillbare Sehnsucht und Unruhe in sich. Es fiel ihnen schwer, mit dem Tod Frieden zu schlie\u00dfen und ihn anzunehmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Der Anblick unseres Kindes tut zuerst ungeheuer weh. Aber es ist dabei wie mit einer Wunde, die ver\u00e4tzt wird. Das tut zuerst auch mehr weh, aber sie heilt dann schneller und sauberer. Wenn Eltern zun\u00e4chst nicht die Kraft oder den Mut haben, ihr Kind selbst zu sehen, sollte auf alle Falle jemand anderes in der Lage sein, ihnen sp\u00e4ter ihr Kind genau und liebevoll zu beschreiben, wenn sie dies w\u00fcnschen oder zur Trauerverarbeitung sogar brauchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Der Anblick eines toten Babys <\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Neugeborene sehen oft so aus, als ob sie sich noch auf einem anderen Stern befanden, so ganz weit weg, in einer anderen Welt. Tote Babys sehen so aus, als ob sie von diesem Stern nie ganz bei uns angekommen sind. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wenn Babys mit Fehlbildungen zur Welt kommen, stellt sich die Frage, ob die Eltern ihren Anblick verkraften k\u00f6nnen. Erfahrung hat gezeigt, da\u00df die Realit\u00e4t nie so schlimm ist wie die Monsterfantasien, die Eltern entwickeln, wenn sie ihr Kind nicht sehen. Fehlbildungen werden oft nicht wahrgenommen oder stehen zumindest nicht im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern Eltern verweilen bei dem, was an ihrem Kind sch\u00f6n und einzigartig ist. \u00bbEltern sehen ihr Kind mit den Augen des Herzens und nicht aus der klinischen Sicht des medizinischen Betreuungspersonal\u00ab (Sr. Jane Marie L\u00e4mb). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Das medizinische Betreuungspersonal meint manchmal, da\u00df \u00bbman ein totes Kind ein paar Stunden oder Tage danach nicht mehr anschauen k\u00f6nne\u00ab. Ein Bestatter hingegen \u00e4u\u00dferte mir gegen\u00fcber gerade, da\u00df er Babys auch am dritten Tage noch zeige, und er meine, da\u00df sich ihr Anblick sogar verbessere. Eltern konzentrierten sich sowieso auf das Wesentliche und w\u00fcrden etwaige Ver\u00e4nderungen nicht so sehr registrieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wenn wir glauben, da\u00df wir oder uns nahestehende Menschen unser Kind noch einmal sehen m\u00f6chten, sollten wir dies dem Betreuungspersonal sagen. Ein totgeborenes oder nach der Geburt verstorbenes Baby kann in einem k\u00fchlen Raum im Untergescho\u00df des Krankenhauses aufgebahrt werden, wo auch andere Verstorbene liegen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wenn uns der Wunsch \u00fcberf\u00e4llt, unser Kind zu sehen, nachdem es bereits weggebracht worden ist, sollten wir mit dem Personal sprechen. Falls unser Kind untersucht werden soll, um die Todesursache festzustellen, kann es m\u00f6glicherweise schon zur Pathologie gebracht worden sein. Es kann, zwar mit etwas Aufwand, gegebenenfalls von dort zur\u00fcckgeholt werden, oder wir k\u00f6nnen den Bestatter bitten, es uns noch einmal sehen zu lassen. Es anzuschauen, wenn unser Hormonsystem sich einigerma\u00dfen normalisiert hat, kann uns helfen, die Endg\u00fcltigkeit seines Todes noch besser zu realisieren, was uns in unserem Trauerproze\u00df weiterbringt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Oft haben wir Angst, das auszusprechen, was wir uns im Innersten w\u00fcnschen. Wir scheuen uns, Fragen zu stellen. Wir f\u00fcrchten, da\u00df unsere schlimmen Fantasien best\u00e4tigt werden. Wir m\u00f6gen Hemmungen haben, im Schock gemachte \u00c4u\u00dferungen zu widerrufen. Doch sp\u00e4ter ist es zu sp\u00e4t! Dies uns klar zu machen, gibt uns im Moment vielleicht die n\u00f6tige Kraft. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>aus der Brosch\u00fcre Gute Hoffnung, j\u00e4hes Ende von Hannah Lothrop Entgegen landl\u00e4ufiger Meinung ist das Bestehen und die Entwicklung einer Bindung zum Baby die beste Voraussetzung f\u00fcr ein heilsames Abschiednehmen, ein Wieder-heil-werden-K\u00f6nnen und die F\u00e4higkeit, sp\u00e4ter neue Bindungen eingehen zu k\u00f6nnen. 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