{"id":31,"date":"2015-05-03T17:35:24","date_gmt":"2015-05-03T15:35:24","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=31"},"modified":"2015-05-03T17:36:50","modified_gmt":"2015-05-03T15:36:50","slug":"meine-folgeschwangerschaft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=31","title":{"rendered":"Meine Folgeschwangerschaft"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Die ersten Wochen &#8211; Zeit einer vorsichtigen Begr\u00fc\u00dfung<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Ja, und dann &#8211; bereits kurz vor Tobias Geburtstag &#8211; kam es schneller als erwartet:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Im M\u00e4rz hatte ich das erste Mal wieder gemerkt, da\u00df der Gedanke an eine neue Schwangerschaft mir nicht mehr weh tut. Bis dahin war ich immer in Tr\u00e4nen ausgebrochen, allein bei dem Gedanken. Um so erleichtert war ich dann, da\u00df die OP so gut verlaufen war. Und kaum hatten die \u00c4rzte gr\u00fcnes Licht gegeben, da war ich auch so gleich schwanger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Kai hat sich gefreut wie ein Schneek\u00f6nig, doch ich kam am Anfang so gar nicht damit klar. Als ich \u00fcberf\u00e4llig war und mir wie nebenbei einen Test kaufen wollte, da ging es nicht. Ich habe vor der Apotheke umgedreht, mich mitten in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone auf eine Bank gesetzt und geheult. Dann dachte ich, warum qu\u00e4lst du dich eigentliche, dann la\u00df es doch. Ich ging dann erst einmal zu Budni, um ein paar Grabkerzen f\u00fcr Tobias zu kaufen. Vor mir an der Kasse stand eine Mutter, die st\u00f6hnte, sie m\u00fcsse soviel schleppen f\u00fcr ihr Kind, die Gl\u00e4schen und die Teeflaschen seien so schwer. Ich mu\u00df niemanden erz\u00e4hlen, wie ich mich gef\u00fchlt habe. Ich h\u00e4tte ihr am liebsten die Kerzen in die Hand gedr\u00fcckt und gefragt, ob sie tauschen wolle, die Kerzen seien sehr leicht. Was f\u00fcr ein Gesicht sie dann wohl gemacht h\u00e4tte?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Auf den Weg nach Hause kam ich dann aber an einer kleinen Apotheke vorbei, deren T\u00fcr offenstand und dort bin ich dann hineingegangen, habe meine Grabkerzen, die ich gerade f\u00fcr Tobias gekauft hatte, auf den Tresen gelegt und mit v\u00f6llig verheulten Gesicht gesagt, da\u00df ich gerne einen Schwangerschaftstest h\u00e4tte. Die arme Apothekerin guckte mich nur mitleidig an und gab mir den Test. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Ich brauchte einige Wochen, um \u00fcberhaupt das neue kleine Wesen in mir aufzunehmen. Vom Kopf her war ich schwanger, aber vom Herzen hat es fast vier Monate gedauert. Besonders die Tiefs, die zwischendurch kamen, machten mir zu schaffen. Ich trauerte um Tobias, und der kleine Fratz in mir gab mir kaum Trost und ich hatte noch ein schlechtes Gewissen ihm gegen\u00fcber. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Reaktionen in unsere Babygruppe<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Gerade in einer Folgeschwangerschaft braucht man die Unterst\u00fctzung von anderen, die die Sorge, \u00c4ngste und Trauer nachempfinden k\u00f6nnen. Als ich im August in der Gruppe meine Schwangerschaft bekannt gab, war ich die dritte, die wieder schwanger war. Der Abend war vernichtend. Eine Mutter erkl\u00e4rte, da\u00df sie nicht l\u00e4nger in der Gruppe bleiben k\u00f6nne und verlie\u00df uns sofort (Auch sie hat vor wenigen Tagen ihr Folgebaby bekommen). Zwei andere M\u00fctter, die wie ich wu\u00dfte, sich seit einigen Monaten eine neue Schwangerschaft w\u00fcnschten, erkl\u00e4rten, da\u00df sie wohl auch aussteigen w\u00fcrden ( Beide wurden kurz danach selber schwanger &#8211; blieben in der Gruppe. Lars wurde sogar drei Wochen vor Pascal geboren). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Ich hatte das Gef\u00fchl, ich w\u00fcrde \u201cspie\u00dfrutenlaufen\u201d. Unsere Begleiterin, die sehr viel Erfahrung hat und sehr routiniert ist, machte das Thema Folgeschwangerschaft sofort an dem Abend zum Thema. Sie ging mit beiden Seiten sehr hart ins Gericht. Nach dem Motto, beide Seiten h\u00e4tten doch hier die Chance zu lernen, wie man damit umgehe, denn \u201cdrau\u00dfen\u201d g\u00e4be es schlie\u00dflich auch Schwangere bzw. werde man als Folgeschwangere verletzt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Die Tage danach war ich v\u00f6llig fertig, da die ersten beiden Schwangerschaften sehr positiv aufgenommen worden waren. Nach diesem Abend wollte ich nicht mehr in die Gruppe gehen. Erst nach l\u00e4ngerem guten Zureden einer anderen Mutter, entschlo\u00df ich mich doch anders. Als die beiden anderen auch schwanger waren, war es kein Thema mehr. Inzwischen sind alle 9 Folgebabies auf der Welt, ein kleines M\u00e4dchen allerdings 10 Wochen zu fr\u00fch, hat sich aber zwischenzeitlich pr\u00e4chtig entwickelt. So fand ich sowohl in der Gruppe zu den Abenden, als auch privat sehr viel Unterst\u00fctzung, ohne die ich diese Schwangerschaft nicht so gut durchgestanden h\u00e4tte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Angst in der neuen Schwangerschaft<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">So um die 8 Woche herum bekam ich dann doch wieder Streptokken. Die Arzthelferin hatte mir nur eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen, da\u00df mein Abstrich nicht in Ordnung sei und ich mir ein Rezept herausholen solle. Toll, ich h\u00f6rte dies abends um kurz vor 8 Uhr ab, als ich von der Arbeit kam. Niemand war jetzt mehr zu erreichen, ich war allein zu Hause und bekam Panik. Doch was sollte ich machen. Ich war froh, als ich endlich Ulrike aus unserer Babygruppe erreichte, die auch gerade mit Paul schwanger war. Sie redete mindestens eine Stunde auf mich ein und konnte mich dann endlich wieder beruhigen. Gleich morgens ging ich dann zu meinem Gyn und blieb auch den Tag zu Hause. Die Firma war mir einfach v\u00f6llig egal. Die Streptokokken erwischten mich noch zwei mal. Da aber jetzt bei jeder Untersuchung, d.h. alle 14 Tage ein Abstrich gemacht wurde, behielten wir sie im Griff.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Zerrissenheit in meinen Gef\u00fchlen f\u00fcr meinen S\u00f6hne<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Da ich aufgrund der schlechten Erfahrungen in der Firma nicht so schnell etwas sagen wollte, habe ich es erst mitgeteilt, als es sich nicht mehr verheimlichen lie\u00df und es selbst den Partnern schon aufgefallen war. Ich habe daher bis November voll durchgepauert und bin abends, nachdem mir Kai etwas zu essen eingetrichtert hat, nur noch ins Bett gefallen. So ausgepumpt, habe ich auch nichts mehr geschrieben, weder an Tobias, noch Gedichte und schon gar keine Briefe. Vielleicht suchte in der Arbeiten auch nur die M\u00f6glichkeit, mich abzulenken. Blo\u00df nicht wieder so viel gr\u00fcbeln. Ich hatte keine Ahnung wie ich alles unter einen Hut kriegen sollte: Die neue Schwangerschaft, meine \u00c4ngste, die Trauer, das schlechte Gewissen Tobias und auch dem Kleinen in mir gegen\u00fcber und nat\u00fcrlich auch die Reaktionen im B\u00fcro.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Bis auf die letzten 8 Wochen vor der Geburt\u00a0 bin ich ganz gut auf diese Weise damit klar gekommen. Meine Angst, es k\u00f6nnte wieder etwas passieren, hat sich in Grenzen gehalten und auch die Tiefs waren ertr\u00e4glich. Aber als ich mit dem Geburtsvorbereitungskurs angefangen habe &#8211; bei Tobias hatte ich ja noch keinen gemacht &#8211; da kam doch einiges wieder hoch. Ich hatte aber Gl\u00fcck, eine sehr sensible Vorbereiterin ( Ulrike hatte sie bereits getestet und f\u00fcr gut befunden) und ein ganz tolle Gruppe erwischt zu haben. Schon bei der Anmeldung erz\u00e4hlte ich von Tobias. Diana nahm es gut auf und erkl\u00e4rte, da\u00df gerade solche Eltern eine Gruppe mit ihren Erfahrungen bereichern k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich habe ich auch gleich bei der Vorstellungsrunde erz\u00e4hlt, was uns passiert war. Ich h\u00e4tte mir einfach nicht vorstellen k\u00f6nnen, da\u00df ich &#8211; noch dazu war ich in diesem Kurs die einzige Zweitgeb\u00e4rende &#8211; meine erste Schwangerschaft, die Erfahrungen und die Geburt von Tobias h\u00e4tte verschweigen k\u00f6nnen. Es wurde von der Gruppe sehr gut aufgenommen. An sp\u00e4teren Abenden wurde ich auch ganz konkret zu Tobias gefragt. Ehrlich gesagt, habe ich es dann genossen, da\u00df ich von meinen Geburtserfahrungen mal erz\u00e4hlen durfte, denn sonst verstand keiner, da\u00df ich ja bereits eine Geburt hinter mir hatte. Auf Fragen von Freunden oder aus der Familie, ob ich nicht Angst vor der Geburt und den Schmerzen h\u00e4tte, antwortete ich: \u201cNein, ich wei\u00df ja was auf mich zukommt und nach Tobias Geburt, kann es doch eigentlich nur besser werden.\u201d. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Noch dazu kam, da\u00df es wieder \u00c4rger in der Firma gab, Zusagen, die mir gemacht wurden, als meinen Schwangerschaft noch nicht bekannt war, wurden pl\u00f6tzlich nicht mehr eingehalten ohne jede Begr\u00fcndung, mir wurde es noch nicht einmal gesagt. Ich habe meinen Bestand an Akten seit November abgebaut und so mich nach und nach aus der Arbeit zur\u00fcckgezogen. Ob ich nach der Geburt dort noch weiter arbeite, wu\u00dfte ich noch nicht, hatte aber zu diesem Zeitpunkt das Gef\u00fchl, nein, es reicht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Auch als ich nun anfing, Babysachen von Freundinnen zu bekommen, denn f\u00fcr Tobias hatte ich noch nichts, nicht einmal einen Strampler f\u00fcr die Beerdigung, da merkte ich, da\u00df noch einmal einiges an Trauer hochkam. Ich hatte alles in mir aufgestaut und an einem Abend in unserer Gruppe, wo ich gerade sagen wollte, es ginge mir sehr gut, da schossen mir Tr\u00e4nen in die Augen. Meine Strategie des Abschirmens, um meinen kleinen Pascal in mir und mich zu sch\u00fctzen, zerbrach. Es hat es eine Weile gedauert, bis ich mir bewu\u00dft wurde, da\u00df es nicht einfach nur die alte Trauer war und die Sehnsucht nach Tobias, die hochkam, sondern insbesondere auch meine Gef\u00fchle: Wird weiterhin auch f\u00fcr Tobias in meinen Herzen Platz sein, wenn erst Pascal auf der Welt ist? Ich fing also wieder an \u201czu arbeiten\u201d, ich schrieb wieder, dachte viel an ihn, gestattete mir meine Tr\u00e4nen und erkl\u00e4rte Pascal, da\u00df ich so traurig sei, weil ich seinen Bruder so vermisse. Tats\u00e4chlich ging es mir dann wieder besser, der Druck war raus und ich schaffte es, mir f\u00fcr beide Zeit zu nehmen. So konnte ich die letzten Wochen der Schwangerschaft so richtig genie\u00dfen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Alte Entt\u00e4uschung \u00fcber die Familie brach wieder auf<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Das einzige, was mich noch w\u00fctend machte, war der Gedanke, wenn Pascal da sein wird, wird meine Familie Sonnenschein &#8211; ich habe irgendwann angefangen, meine und Kais Familie so zu nennen, da sie seit sie von meiner Schwangerschaft wu\u00dfte wieder an mir interessiert waren, eben nur f\u00fcr die sch\u00f6nen Seiten im Leben &#8211; mich unbedingt sofort besuchen kommen will. Nach Tobias Geburt hatte mich keiner von ihnen besucht. Dabei h\u00e4tte ich gerade zu dieser Zeit mich \u00fcber jeden Besuch gefreut. Niemand von ihnen wollte mich damals sehen. Ich hatte damals das Gef\u00fchl, wer will denn schon so eine Versagerin sehen. Meine Schwiegermutter, die mindestens einmal die Woche anrief, meldete sich \u00fcber sieben Wochen nicht bei uns! Bereits aus diesem Grund hatte ich gleich zu Beginn der Schwangerschaft \u00fcberhaupt keine Lust, ihnen davon zu erz\u00e4hlen. Letztendlich waren sie es auch, die fast die letzten waren, die von meiner Schwangerschaft erfuhren. Ich lie\u00df sie alle so wenig wie m\u00f6glich an unserer zweiten Schwangerschaft teilhaben. Fragen, \u201cwie geht es dir?\u201d, die auf einen Mal wieder gestellt wurden, beantwortete ich nur kurz und knapp: \u201cGut, es ist alles okay.\u201d Auch wenn es nicht so war. Sie hatte mir ja alle deutlichste zu verstehen gegeben, da\u00df ich sie mit meinen Problemen nicht zu bel\u00e4stigen habe. Au\u00dferdem f\u00fchlte ich, da\u00df ich gerade in dieser Zeit wieder besonders empfindlich war und ich wollte mir einfach Verletzungen von Ihnen ersparen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Damit ich nicht genervt werde, hatte wir den richtigen Entbindungstermin nicht genannt und nur gesagt, etwa Mitte Mai (also tats\u00e4chlich 3 Wochen sp\u00e4ter). Meine Mutter machte bei meinem Gyn einen riesen Trubel, erfuhr aber trotzdem nichts. Alle dort hatten aber danach verstanden, warum ich nichts sagte. Als meine Mutter dann immer aufdringlicher wurde und ich sie fragte, was denn daran so wichtig sei, erkl\u00e4rte sie, sie m\u00fcsse doch dann in Hamburg sein, worauf ich nur erwiderte, ich wolle sowieso keinen Besuch von ihr im Krankenhaus haben, sie k\u00f6nne daher ruhig verreisen. Da sie dies offenbar nicht verstehen wollte, habe ich dies bei beiden M\u00fcttern so eindringlich und oft wiederholt, bis sie es endlich verstanden hatten. Ich hatte Sorge, da\u00df nach der Geburt von Pascal auch die alten Erinnerungen von der Geburt von Tobias hochk\u00e4men und es mir nicht gutgehen w\u00fcrde. Ich wollte mir dieses Mal alle dummen Spr\u00fcche und herablassenden Bemerkungen ersparen. Doch es ging mir sehr gut und als sie zwei Tage danach ganz vorsichtig fragte, ob sie kommen d\u00fcrfe, sagte ich ja. Sie war dann ganz friedlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Pascals Geburt und die Erinnerungen<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Die Geburt von Pascal war einfach rund um sch\u00f6n. Wir hatten einfach Gl\u00fcck. Am Donnerstag, dem Stichtag, war ich beim Arzt und lag am CTG. Wie immer um diese Zeit hatte ich leichte Wehen. Mein Arzt guckte sich ganz aufgeregt das CTG an und erkl\u00e4rte: \u201dSie haben ja Wehen!\u201d. \u201cJa, drei St\u00fcck hatte ich.\u201d, antwortete ich ihm. \u201cDie sind ja schon ziemlich heftig und kommen alle 10 Minuten.\u201d, erkl\u00e4rte er weiter, \u201cEs geht jetzt los. Sie fahren sofort ins Mariahilf!\u201d. \u201cNein, es geht noch nicht los.\u201d versuchte ich ihn ganz ruhig zu \u00fcberzeugen. Doch er lie\u00df nicht locker und wurde richtig etwas b\u00f6se, da\u00df ich ihn nicht ernst nahm. Er wollte mich gar nicht weiter untersuchen und ich mu\u00dfte ihm versprechen, da\u00df ich sofort ins Mariahilf fahre. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">H\u00e4tte er gewu\u00dft, da\u00df ich selbst mit dem Auto in Jenfeld war und nat\u00fcrlich auch alleine wieder nach Harburg fuhr, h\u00e4tte er mir bestimmt den Schl\u00fcssel weggenommen. Ich fuhr nat\u00fcrlich erst einmal nach Hause und rief Kai auf der Hannovermesse an und erkl\u00e4rte ihm die Situation. Er war dankbar, einen Grund zu bekommen, um nach Hause fahren zu d\u00fcrfen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Ich fuhr dann wie versprochen ins Mariahilf. Die Hebamme, die mich dort empfing, lachte nur und meinte zu mir, ich solle jetzt mal Klartext sprechen und ich sagte ihr, nein es ginge jetzt noch nicht los. Sie meinte, dann w\u00fcrden wir ein CTG machen und sie w\u00fcrde mich dann wieder nach Hause schicken. Ich war einverstanden. Als ich dort im Kreissaal lag, ich war w\u00e4hrend meiner Schwangerschaft schon h\u00e4ufiger zu Routineuntersuchungen dort &#8211; da fiel mir auf, da\u00df es der selbe war, bei dem ich auch am 22.08.1997 &#8211; auf den Tag genau vor 20 Monaten &#8211; mit Tobias lag. Ich glaube nicht mehr so recht an Zuf\u00e4lle und so hatte ich das Gef\u00fchl, Tobias ist bei mir und ich war mir ganz sicher, da\u00df es dieses Mal alles gut geht. Ein ganz liebe Hebamme, erkl\u00e4rte mir, da\u00df sie eben mit dem Chef telefoniert habe und es sei in Ordnung, wenn ich wieder nach Hause gehe, er wolle mich aber morgen um 8 Uhr sehen. Dann druckste sie etwas rum und erz\u00e4hlte, er wolle dann mit mir etwas besprechen. Sie wollte zu erst nicht so recht mit der Sprache heraus und meinte, er habe wegen meiner Vorgeschichte so etwas von Geburtseinleitung gesprochen. Er hatte wohl Sorge, da\u00df ich \u00e4ngstlich und ungeduldig sei. Ich sah sie nur kopfsch\u00fcttelnd an und sage, sofern das nicht medizinisch zwingend notwendig sei, k\u00e4me das \u00fcberhaupt nicht in Frage. Sie sagte, ja bei meiner Gelassenheit, wie ich hier hereinspaziert sei, h\u00e4tte sie sich das schon gedacht, aber ich solle dies dem Chef auch deutlich sagen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Als ich zu Hause ankam, kam auch gerade Kai und parallel auch Babsy, die w\u00e4hrend der Woche bei mir geblieben war. Wir beschlossen kurzer Hand, die Chance zu nutzen und gingen noch einmal beim Griechen Essen. Danach trank ich eine Kanne \u201cHimberbl\u00e4ttertee\u201d, er soll wehenf\u00f6rdernd sein, n\u00e4hte den Schlafsack f\u00fcr Pascal zu ende und ging so gegen 24 Uhr ins Bett, da die Wehen zwischenzeitlich aufgeh\u00f6rt hatten. Ja um 4.07 Uhr wachte ich dann mit Wehen auf und wu\u00dfte sofort, dies sind die richtigen Wehen. ( Nach Tobias Geburt wu\u00dfte ich ja, was richtige Wehen sind. Komisch, da\u00df \u00c4rzte einer Frau nicht vertrauen, wenn sie ihm erkl\u00e4rt, nein, es geht noch nicht los!). 4.17 Uhr kam dann die n\u00e4chste Wehe und gegen 4.45 Uhr bin ich aufgestanden und habe erst einmal geduscht. Danach weckte ich Kai und sagte ihm, er m\u00fcsse jetzt aufstehen, wenn er auch noch duschen wolle. Der erkl\u00e4rte aber nur, er wolle noch einen Kaffee und ein Br\u00f6tchen, bevor er losgehe. Dann habe ich ihm Fr\u00fchst\u00fcck gemacht. Gegen 6.20 Uhr sind wir losgefahren, als die Wehen alle 4-5 Minuten kamen und Kai leider sein Br\u00f6tchen nicht mehr aufessen durfte. Um 6.50 Uhr waren wir im Mariahilf und ich meinte noch, wir seien 1 Stunde zu fr\u00fch f\u00fcr den Chef. Aber um 9.20 Uhr kam er dann &#8211; zur Entbindung. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Die Hebamme vom Vortag &#8211; sie hatte an dem Tag Fr\u00fchdienst &#8211; lachte nur, als sie mich im Kreissaal sah und ich ihr best\u00e4tigte, da\u00df ich jetzt unter der Geburt sei &#8211; \u201cNa, dann hat sich da ja sowieso erledigt.\u201d. Es war dann wirklich eine Bilderbuchgeburt. Der Hebamme, die mich betreute, erkl\u00e4rte ich nur: \u201dIch habe mir eine sch\u00f6ne Geburt bestellt.\u201d Nach der von Tobias, dachte ich mir, da\u00df ich das verdient h\u00e4tte. Sie lachte nur und fragte: \u201dDas kann man sich bestelle?\u201d. Nach 2 \u00bd Stunden war dann der kleine Fratz da und die Hebamme lachte mich an und best\u00e4tigte, da\u00df es tats\u00e4chlich eine sch\u00f6ne Geburt gewesen sei. Das Gef\u00fchl, als Pascal bei mir auf dem Bauch lag, ich ihn das erste Mal stillte, war unbegreiflich sch\u00f6n. Ich habe um mich herum alles vergessen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wenn mich jemand fragen w\u00fcrde, was das sch\u00f6nste im Leben war, so w\u00fcrde ich ohne lange zu \u00fcberleben sagen, da\u00df sch\u00f6nste Gef\u00fchl, war, als ich meinen ersten Sohn Tobias nach der Geburt in den Armen hielt und das sch\u00f6nste Erlebnis, die Geburt von Pascal.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Mit der<\/span><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"> Geburtsanzeige von Pascal<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"> habe ich mir Zeit gelassen. Ich wollte etwas ganz bestimmtes damit ausdr\u00fccken und wartete, bis mir die passenden Worte kamen. Anderen betroffenen Eltern haben mir sp\u00e4ter erz\u00e4hlt, da\u00df sie die Karte aufgestellt haben und sodann die Gelegenheit nutzten, \u00fcber Trauer und insbesondere ihre neue Schwangerschaft zu sprechen. Das hat mich besonders gefreut. Obwohl wir sehr viele von diesen Karten verschickt hatten, habe ich dagegen direkt keine Reaktionen &#8211; mit Ausnahme von Betroffenen &#8211; darauf erhalten. Auch wenn man es so direkt anspricht, bleibt es doch ein Tabu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">In den ersten Wochen, als Pascal dann da war, kam noch einmal vieles hoch und ich habe ihn, insbesondere beim letzten Stillen vor dem Schlafen, oft mit meinem Tr\u00e4nen vollgetropft. Schon w\u00e4hrend der Schwangerschaft habe ich feststellen m\u00fcssen, wie zerrissen man ist, wenn man noch ein weiteres Kind hat und man nun noch ein schlechtes Gewissen wegen seiner Trauer diesem Kind gegen\u00fcber hat. Ich versuchte dann, besonders lieb zu Pascal zu sein und erkl\u00e4re ihm, warum ich traurig bin und da\u00df ich ihn liebhabe. Auch wenn er es noch nicht w\u00f6rtlich versteht, so bin ich mir sicher, er sp\u00fcrt dies. F\u00fcr mich ist klar, da\u00df ich weder meine Trauer, noch Tobias vor Pascal verstecken werde. Ich hoffe, da\u00df Pascal dort m\u00f6glichst unbefangen hineinw\u00e4chst und f\u00fcr ihn es nichts besonderes ist, einen gro\u00dfen Bruder zu haben, der im Himmel ist. <\/span><\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">\u00a9 Pirko Lehmitz<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten Wochen &#8211; Zeit einer vorsichtigen Begr\u00fc\u00dfung Ja, und dann &#8211; bereits kurz vor Tobias Geburtstag &#8211; kam es schneller als erwartet: Im M\u00e4rz hatte ich das erste Mal wieder gemerkt, da\u00df der Gedanke an eine neue Schwangerschaft mir nicht mehr weh tut. 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