{"id":396,"date":"2015-04-28T22:36:08","date_gmt":"2015-04-28T20:36:08","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=396"},"modified":"2015-04-28T22:36:08","modified_gmt":"2015-04-28T20:36:08","slug":"worauf-sie-sich-verlassen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=396","title":{"rendered":"\u201eWorauf sie sich verlassen k\u00f6nnen\u201c"},"content":{"rendered":"<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Teil III Hindernisse auf dem Weg,<br \/>\nSeminar zu Grundfragen des christlichen Glaubens<br \/>\nvon Eckard H. Krause.<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b><i>Zusammengefa\u00dft aus einem Tonmitschnitt von Pirko Silke Lehmitz<br \/>\nFebruar 2003 Gemeinde Bugenhagen<br \/>\n<\/i><\/b><\/span><b><i><\/i><\/b><a href=\"http:\/\/privat.stillgeboren.de\/Themenseiten\/Glaube\/Krause\/body_krause.html#gesamt\" target=\"Haupttext\"><b><i><span style=\"color: #000066; font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Gesamtmitschrift (9 Dina 4 Seiten)<\/span><\/span><\/i><\/b><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Gottesbilder<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Jeder, der \u00fcber diese Erde geht hat ein Bild von Gott, was es einem schwer macht zu glauben, weil man nicht offen ist, etwas neues zu erfahren oder Gott wirklich, wie er ist, kennen zulernen. Es gibt zwei extreme Gottesbilder:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">1.<b>Der ferne Gott<i> <\/i><\/b><\/span><b><i><\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Da ist das Bild <i>\u201eeines Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt mu\u00df ein guter Vater wohnen\u201c<\/i>. Wenn man in die Natur guckt und sieht, welche Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten dort ablaufen, so kann man sehen, da\u00df immer der St\u00e4rkere das Schw\u00e4chere fri\u00dft\u201c, so einen Vater kann es nicht geben bzw. er w\u00e4re mir mir so egal, dem w\u00fcrde ich nicht eine Stunde meines Lebens weihen und schon gar nicht jeden Sonntag eine Gottesdienstzeit. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">2.<b>Der fordernde Gott<\/p>\n<p><\/b>Das andere Bild von Gott, der fordernde Gott. Ein Gott, der so wie ein Oberschutzmann darauf achten, da\u00df sie sich immer opportun verhalten. Ein Gott, der Gesetze erl\u00e4\u00dft, die so schwer sind, da\u00df sie keiner einhalten kann und sich h\u00f6llisch dar\u00fcber freut, wenn er jemanden beim \u00dcbertreten erwischt.<\/p>\n<p>Ein Gott, der einer h\u00f6heren Gerechtigkeit zu dienen scheint, und sie zwingt, seine Gebote zu halten, und irgendwann, wenn sie sie \u00fcbertreten, kommen sie in die H\u00f6lle oder wenn sie brav sind, kommen sie\u00a0 in den Himmel. Ein Gott, der mir Angst macht.<\/p>\n<p>Und das Schlimme ist, sie haben f\u00fcr beide irgendwo in der Bibel, sch\u00f6ne Stellen. Und beides ist nicht wahr. Er ist weder der ferne Gott, noch ist er der fordernde Gott. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">3.<b>Woher kommen diese Gottesbilder?<\/p>\n<p><\/b>Es ist einfacht in solchen billigen Kategorien Dinge abzuhandeln. Aber tats\u00e4chlich hat es etwas mit Erfahrungen zu tun, die wir machen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">a)<b>Erfahrungen<br \/>\n<\/b>Beim Thema Leid machen die meisten Menschen ihre subjektiven Gotteserfahrungen und diese projizieren sie dann auf Gott, woraus\u00a0 ein furchtbares Gottesbild in ihnen lebt. Entweder ein Gott der ferne ist , der geschlafen hat, als sie Leid erfuhren, der nichts verhindern kann, dem es gleichg\u00fcltig ist, der irgenwo im Sternenzelt lebt, oder einen Gott, der sagt: \u201eDir zahle ich es heim!. An der Stelle werden die Gottesbilder verbaut. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">b)<b>Unsere Leiderfahrung verbaut uns unser Gottesbild<br \/>\n<\/b>Auch ich habe auf die Frage, was wirklich Leid ist und woher es kommt keine befriedigende Antwort.<\/p>\n<p><b>(1) Gott ist nicht f\u00fcr alles Leid der Welt verantwortlich<br \/>\n<\/b>Es ist nicht fair, Gott f\u00fcr das Leid dieser Welt verantwortlich zu machen. Das Leiden ist handgemacht und zwar durch Menschenhand. Und dann zu sagen:\u201cGott, wie kannst du das zulassen!\u201c, ist unversch\u00e4mt und zynisch.<\/p>\n<p><b>(2) Gott will das Leiden nicht<br \/>\n<\/b> Wie ist das mit dem Leiden, mit dem pers\u00f6nlichen Leiden? Der Gott der Bibel, der Vater Jesu Christi, an die Christen glauben, will das Leiden nicht. Im Sch\u00f6pfungsbericht wird etwas von dem Willen Gottes ausgesagt. Doch da kommt Leid nicht vor. Gott hat das Leid nicht geschaffen.<\/p>\n<p>Da wo Gott Gott sein darf, und nicht von uns daran gehindert wird, gibt es das Leiden nicht. Jesu hat, wo immer er konnte, das Leiden gelindert oder weggenommen. Wenn es stimmte, da\u00df Gott das Leiden schickt etwa, um zu strafen, zu disziplinieren, dann m\u00fc\u00dfte es irgendeine Stelle in der Bibel geben, wo ein Leidender zu Jesus kommt und sagt: \u201eHerr, nimm mir dieses Leiden.\u201c und Jesus sagt: \u201eNee, Du hast noch zwei Jahre. Vater hat&#8217;s verh\u00e4ngt.\u201c Aber es gibt so eine Stelle nicht.<\/p>\n<p><b> (3) Warum nimmt Gott das Leiden nicht?<br \/>\n<\/b>Wenn Gott das Leiden nicht will, warum nimmt er es nicht einfach? So makaber es klingt, es hat etwas mit der Liebe Gottes zu tun, da\u00df er es nicht nimmt.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zu ihrer Liebe, da\u00df sie ihren Kindern die Freiheit geben und sie wissen sehr wohl, da\u00df diese Freiheit, auch die Freiheit zum Leiden und zum Leiden zuf\u00fcgen in sich birgt. Denn Liebe ohne Leiden hei\u00dft Tod. Nein, alles was in dieser Welt ist, mu\u00df leiden.<\/p>\n<p><b>(4) Wie geht Gott mit dem Leiden um?<br \/>\n<\/b> Dieser Gott, an den wir Christen glauben, ist herabgestiegen, mitten hinein in den Hexenkesseln von Leid und Sterben und hat alles Leiden dieser Welt an sich selbst ertragen. Niemand, der \u00fcber diese Erde ging, hat mehr gelitten, als der, der es nie n\u00f6tig gehabt h\u00e4tte, w\u00e4re er im <i>Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt Himmel<\/i> geblieben.<\/p>\n<p>Dieser Gott ist kein Gott <i>Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt<\/i>. Er ist ein heruntergekommen Gott. Im wahrsten Sinne des Wortes. Um ihret- und meinetwillen heruntergekommener Gott. Das fasziniert mich an diesem Gott so. Gott leidet mit. Das ist die erste Botschaft. Und wenn sie meinen, mit ihrem Leiden ganz alleine zu sein, das Zimmer hinter sich zumachen, das Licht ausmachen und in die Kissen heulen, und meinen, sie sind ganz allein und von Gott und aller Welt verlassen: Gott ist der an ihrer Seite, eine handbreit, und der sich die Augen aus dem Kopf heult und das Leiden mit ihnen teilt. Sie k\u00f6nnen im Leiden, besondere N\u00e4he, Liebe, W\u00e4rme und Herzlichkeit Gottes erfahren. Denn er nutzt das Leiden, um sich ihnen in besonderer Weise zu offenbaren. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">4.<b>Wie ist das Wesen Gottes wirklich?<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Das Wesen Gottes ist in Christus beschrieben. Gott kommt auf den Menschen zu, wei\u00df nat\u00fcrlich, da\u00df das Absolute, das Einmalige, das Fremde immer Angst macht. Er spielt und kokettiert nicht mit dieser Unheimlichkeit und Macht, die er aus\u00fcbt in seiner Erscheinung. Sondern er geht auf den Menschen zu, und sagt: \u201eDu, hab&#8216; bitte keine Angst!\u201c. Gott will, da\u00df wir keine Angst haben, und Gott will das die Beziehung zwischen ihnen und ihm richtig Freude macht.<\/p>\n<p>Jesus hat nie Macht gebraucht, und schon gar nicht Macht mi\u00dfbraucht. Sondern als sie ihn brutal zusammenschlugen, anspuckten, folterten und ihn schlie\u00dflich nackend an Kreuz hingen, und sich \u00fcber ihn lustig gemacht haben, hat er seine H\u00e4nde nicht geballt zur Faust, um aller Welt Rache zu schw\u00f6ren, die sich an ihn vergreift, sondern die Arme blieben ausgestreckt und die H\u00e4nde wie zum Segen:\u201cVater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Gott kommt gewaltfrei. Die einzige Macht, die Gott anwendet, ist die Macht der Bitte. Nicht ein ferner Gott, nicht ein fordernder Gott, sondern ein Gott, der ihnen ganz nahe wird, der kommt, damit sie Freude haben, sich nicht f\u00fcrchten brauchen, heil werden, und sein Zeichen ist Herzlichkeit. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Gottesbilder<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Jeder, der \u00fcber diese Erde geht hat ein Bild von Gott. Und das macht es ihnen so schwer zu glauben, sie sind ja gar nicht offen, etwas neues zu erfahren oder Gott wirklich, wie er ist, kennen zulernen. Wenn immer ich mit Leuten rede, die wissen es ja schon. Und ich will ihnen gerne mal sagen, welche idealtypischen Gottesbilder es in Deutschland gibt. Ich will mal Extreme aufzeigen und sie werden sofort sagen:\u201cDas ist aber nicht mein Bild!\u201c, richtig, ist auch nicht ihr Bild, diese zwei extremen Gottesbilder, die in unserer Gesellschaft leben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><a name=\"ferne\"><\/a>1.<b><i>\u201eeines Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt mu\u00df ein guter Vater wohnen\u201c, <\/i>der ferne Gott<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Das eine ist das Bild, das ist besonders auch in Deutschland sehr verbreitet, <i>\u201eeines Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt mu\u00df ein guter Vater wohnen\u201c<\/i>. Nichts gegen unser Klassiker, sie haben sch\u00f6ne Verse gemacht, aber ich w\u00fcrde sagen. \u201eHe, guckt doch mal genau hin!\u201c.\u00a0 Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt <b><i>mu\u00df&#8230;<\/i><\/b> . F\u00fcr mich ist das \u00fcberhaupt nicht zwingend, da\u00df da einer wohnen mu\u00df und schon gar kein guter Vater. Wenn ich in die Natur gucke, und sehe, welche Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten hier ablaufen in dieser Natur, dann erinnert mich das eher an Nitsche, der sagt: \u201eDas Schwache mu\u00df gesto\u00dfen werden, damit es f\u00e4llt. Es \u00fcberlebt immer das St\u00e4rker und das St\u00e4rkere fri\u00dft immer das Schw\u00e4chere\u201c. Und wenn ich von dieser Natur her auf einen guten Vater schlie\u00dfen soll, dann w\u00fcrde ich sagen, vor diesem Vater graut mir.<\/p>\n<p>Und so ein Vater <i>der\u00a0 Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt<\/i> irgendwo fernab im Himmel auf einer Wolke Nr. 7 sitzt, den ich ab und zu mal sp\u00fcre, wenn ich auf dem Gipfel des Berges stehe stehe und in die schneebedeckte H\u00fcgellandschaft schaue und dann so erhabene Gef\u00fchle bekomme, da mu\u00df doch was &#8230; Das h\u00e4lt nur auf dem Gipfel. Es hat \u00fcberhaupt nichts mit unserem Alltag zu tun. Und wenn ich am Sonntagmorgen durch den Wald gehe und von ferne die Glocken klingeln und die Hirsche r\u00f6hren, wissen sie diese J\u00e4germeisterromantik, dies hat <i>\u00fcberhaupt <\/i>nichts mit meinem Leben zu tun. Und so ein Gott <i>Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt <\/i>weit ab thronen sitzt, der ist mir so egal, dem w\u00fcrde ich nicht eine Stunde meines Lebens weihen und schon gar nicht jeden Sonntag eine Gottesdienstzeit. Der soll meinetwegen \u00fcberm Sternenzelt sein, aber wenn er mit mir und meinem Leben nichts zu tun hat, wenn er mir nichts geben kann und ich von ihm nichts verlangen kann, er von mir nichts fordert und er mir nicht begegnet, dann soll er bleiben wo der Pfeffer w\u00e4chst.\u00a0 Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><a name=\"fordernde\"><\/a>2.<b>Der fordernde Gott<\/p>\n<p><\/b>Das andere Bild von Gott, das unter uns lebt, ist nicht der ferne Gott, sondern der fordernde Gott. Ein Gott, der so wie ein Oberschutzmann darauf achten, da\u00df sie sich immer opportun verhalten. Ein Gott, der Gesetze erl\u00e4\u00dft, die so schwer sind, da\u00df sie keiner einhalten kann und sich h\u00f6llisch dar\u00fcber freut, wenn er jemanden beim \u00dcbertreten erwischt. Und schon im Kinderherzen wird dieser Gott gro\u00df gemacht:\u201cPa\u00df auf kleines Auge,was Du siehst und kleine Hand, was du tust, und kleiner Mund was du sprichst, denn der Vater im Himmel hat acht auf dich!\u201c Sehr lieb gemeint, dieses Lied, aber \u201ebig brother ist watching you!\u201c Und er sieht alles. Und er tr\u00e4gt alles ins Buch des Lebens ein. Und irgendwann wird dieses Buch ge\u00f6ffnet. Und irgendwann kriegt er uns alle. Ein Gott, der einer h\u00f6heren Gerechtigkeit zu dienen scheint, und sie zwingt, seine Gebote zu halten, und irgendwann, wenn sie sie \u00fcbertreten, kommen sie in die H\u00f6lle oder wenn sie brav sind, kommen sie\u00a0 in den Himmel. Ein Gott, der mir Angst macht.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich, ich darf die Geschichte sagen, ich erz\u00e4hle immer die gleiche Geschichte seit 20 Jahren, um nicht aus der unmittelbaren Gespr\u00e4chssituation von gestern oder vorgestern erz\u00e4hlen zu m\u00fcssen, aber ich k\u00f6nnte tausend Beispiel gebrauchen: Kommt eine Frau zu mir, ich kenne sie, sie hat viele Probleme, und will sich mal das Herz erleichtern, erz\u00e4hlt von ihren Problemen, von ihrem Mann, der Alkoholiker ist, von dem Sohn, der kriminell ist, und es war wirklich ein Elend, und als sie aufh\u00f6rt, fing ich an, wollte sie gerne tr\u00f6sten, und ich bin inzwischen alt genug, nicht mehr mit dumme leichtfertigen Spr\u00fcchen zu tr\u00f6sten. Da sagt sie: \u201eAch, wissen sie, Herr Pastor, lassen sie es! Ich wei\u00df ja warum es mir so geht!\u201c. Und da erz\u00e4hlte die Frau, und jetzt m\u00f6chte ich nicht mit ihnen \u00fcber Moral reden, da erz\u00e4hlte die Frau, da\u00df sie vor 30 Jahren ihr erstes Kind abgetrieben hat. Und seitdem wartet sie darauf, da\u00df Gott sich r\u00e4cht. Gro\u00dfer Gott wir loben dich. Herr wir preisen deine St\u00e4rke. Merken Sie, da mu\u00df man krank bei werden.<\/p>\n<p>Ich kenn so viele \u201eChristen\u201c, die aus Angst vor Gott, seine Gebote halten, die Bibel lesen, in die Kirche gehen. Grauenvoll. Und das Schlimme ist, sie haben f\u00fcr beide irgendwo in der Bibel, sch\u00f6ne Stellen. Und beides ist nicht wahr. Er ist weder der ferne Gott, noch ist er der fordernde Gott. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><a name=\"woher\"><\/a>3.<b>Woher kommen diese Gottesbilder?<\/p>\n<p><\/b>Woher kommen eigentlich diese Bilder. Sicherlich auch durch leichtfertige Predigten der Kirche. Es ist einfach, in solchen billigen Kategorien Dinge abzuhandeln und daf\u00fcr m\u00f6chte ich mich auch entschuldigen bei ihnen. Das wird sicherlich nicht in ihrer Gemeinde so sein. Aber allenthalben ist es so. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">a)<a name=\"Erfahrungen\"><\/a><b>Erfahrungen<br \/>\n<\/b>Nein die Dinge haben eine viel tiefere Ursache. Es hat etwas zu tun mit einem Stichwort, das sie gleich eingeblendet sehen, das hei\u00dft Erfahrung. Wissen Sie was Erfahrungen sind? Erfahrungen macht man sich. Es sind gedeutete Erlebnisse. Das Erlebnis ist etwas objektives, und dann mache ich meine subjektiven Erfahrungen. Und an einer Stelle, vor allem, machen Menschen sich ihre subjektiven Gotteserfahrungen \u2013 wissen sie wo das ist? &#8211; Thema Leid. Und bevor ich das Thema noch angehen, m\u00f6chte ich dies sagen, Erfahrungen werden ein Teil ihrer pers\u00f6nlichen Pers\u00f6nlichkeit. Sie k\u00f6nnen leichter einen Arm ablegen, als eine Erfahrung. Und die Alten sind ja immer so stolz auf ihre Erfahrungen und meinen immer, da\u00df sie dadurch klug geworden sind. Nein, Erfahrungen ver\u00e4ndern, das stimmt, aber kl\u00fcger machen sie nicht automatisch.<\/p>\n<p>Erfahrungen werden ein Teil meiner Pers\u00f6nlichkeit und sie wissen manchesmal gar nicht, warum sie so reagieren wie sie reagieren, das hat was mit ihren Erfahrungen zu tun.<\/p>\n<p>Erfahrungen sind st\u00e4rker, als ihre Vernunft. Wenn sie immer sagen. \u201eIch meine..\u201c dann ist das nicht aufgrund ihres Nachdenkens, sondern aufgrund ihrer Wasser und Bauch, sagt man heute neudeutsch. Achten sie mal darauf. Und wenn sie mit dem Leid bestimmte Erfahrungen gemacht haben, und das auf Gott projizieren, dann lebt in ihnen ein furchtbares Gottesbild. Entweder ein Gott der ferne ist oder ein Gott, der geschlafen hat, als sie Leid erfuhren, der nichts verhindern kann, dem es gleichg\u00fcltig ist, der irgenwo im Sternenzelt lebt, w\u00e4hrend sie mit Krebs im Krankenhaus liegen. Oder einen Gott, der sagt: \u201eDir zahle ich es heim!. Und die Krankheit jetzt, die du hast, das Ungl\u00fcck, das du hast, das ist meine Rache, daf\u00fcr, da\u00df du meine Gebote nicht gehalten hast.\u201c An der Stelle werden die Gottesbilder verbaut. An Leiderfahrung. Deshalb m\u00fcssen wir noch einen kurzen Augenblick \u00fcber Leid reden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">b)<a name=\"Leiderfahrung\"><\/a><b>Unsere Leiderfahrung verbaut uns unser Gottesbild<br \/>\n<\/b>Ich mu\u00df ihnen gestehen, ich habe auf die Frage, was wirklich Leid ist und woher es kommt keine befriedigende Antwort. Ich habe vieles gelesen, kenne mich in der theologischen und philosophischen Literatur zum Thema Leid relativ gut aus und wei\u00df, es ist keine Antwort darunter, die mich in meinem Intellekt befriedigt. Eine Antwort werde ich ihnen deshalb heute Abend auch nicht geben k\u00f6nnen. Aber ich habe F\u00e4hrten gelegt, die mich selbst zu Ruhe gebracht haben, in dieser Frage und die m\u00f6chte ich ihnen gerne aufzeigen. Spuren.<\/p>\n<p><b>(1<a name=\"verantwortlich\"><\/a>) Gott ist nicht f\u00fcr alles Leid der Welt verantwortlich<br \/>\n<\/b>Das erste: Es ist unfair Gott f\u00fcr alles Leid dieser Welt verantwortlich zu machen. Das hilft jetzt nicht dem, der im Augenblick, in einem tiefen Leid steckt, das ist mir klar, f\u00fcr seine Ohren mu\u00df das zynisch klingen. Aber ich werde es mal generell dennoch sagen.<\/p>\n<p>Es ist nicht fair, Gott f\u00fcr das Leid dieser Welt verantwortlich zu machen. Das Leiden ist handgemacht. Und wenn jetzt gleich im Irak tausende und abertausende Menschen sterben, Millionen auf der Flucht sind, dies ist nicht Gotteswille, sondern der Wille von Herrn Bush und ein paar \u00d6lmilliardi\u00e4ren. Das mu\u00df man einfach deutlich sagen. Und wir sehen es, da\u00df das Leid auf uns zukommt. Es gibt immer noch Leute, die Krieg f\u00fcr ein Mittel der Politik halten. Wenn es dort zum Leiden kommt und wenn die Bilder \u00fcber unsere Fernsehschirme flimmern, dann soll niemand sagen: \u201eWie kann Gott das zulassen!\u201c. Dies wollen Menschen, die ihr Recht haben wollen, die ihren Profit haben wollen, die ihre Ehre haben wollen und denen es eigentlich egal ist. Und dann zu sagen:\u201cGott, wie kannst du das zulassen!\u201c, ist unversch\u00e4mt und zynisch.<\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wir haben dich gesucht in den Ruinen,<br \/>\nin jedem Granattrichter,<br \/>\nin jeder Nacht,<br \/>\nwir haben nach dir gerufen Gott,<br \/>\nwir haben nach dir gebr\u00fcllt, geweint, geflucht,<br \/>\nwo warst du lieber Gott,<br \/>\nwir kennen dich nicht mehr so recht,<br \/>\ndu bist ein M\u00e4rchenbuch, lieber Gott,<br \/>\nheute brauchen wir einen anderen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>(2)<a name=\"willnicht\"><\/a> Gott will das Leiden nicht<br \/>\n<\/b>Wie ist das mit dem Leiden, mit dem pers\u00f6nlichen Leiden? Das erste, was ich ihnen sagen m\u00f6chte ist, der Gott der Bibel, der Vater Jesu Christi, den Gott, an den ich glaube, an die Christen glauben, will das Leiden nicht. Es ist eine leichtfertige Redeweise, wenn wir sagen, Gott schickt das Leiden. Gott will das Leiden nicht. Und ich m\u00f6chte ihnen das gerne Begr\u00fcnden. Wenn sie einmal in dieses sch\u00f6ne Buch der B\u00fccher, in die Bibel gucken, dann wird in wundersch\u00f6ner Sprache in mythologischer Sprache, etwas von dem Willen Gottes im Sch\u00f6pfungsbericht ausgesagt. Und lesen sie mal nach, da kommt Leid nicht vor. Er hat das Leid nicht geschaffen. Und wenn sie mal das Letzte Buch der Bibel lesen, ein sehr kompliziertes Buch, Offenbarung hei\u00dft es, da gibt es so ein paar sch\u00f6ne helle Stellen, zum Beispiel das 20. \/21. Kapitel: <i>\u201cSieh&#8216; da die H\u00fctte Gottes bei den Menschen, er wird bei ihnen wohnen, er selbst wird ihr Gott sein und sie werden sein Volk sein, und Gott wird abwischen alle Tr\u00e4nen von ihren Augen, und kein Leid wird mehr sein, kein Tod, kein Schmerz, kein Geschrei.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Da wo Gott Gott sein darf, und nicht von uns daran gehindert wird, gibt es das Leiden nicht. Gott will das Leiden nicht. Und wenn das stimmt, was Christen glauben, da\u00df in der Person Jesu, Gott sich offenbart hat, wie er wirklich ist und er wirklich will, dann m\u00fc\u00dften selbst die Kritiker Jesu zugeben, wo immer er konnte, hat er Leiden gelindert oder weggenommen. Wenn es stimmte, da\u00df Gott das Leiden schickt etwa, um zu strafen, zu disziplinieren, dann m\u00fc\u00dfte es irgendeine Stelle in der Bibel geben, wo ein Leidender zu Jesus kommt und sagt: \u201eHerr, nimm mir dieses Leiden.\u201c und Jesus sagt: \u201eNee, Du hast noch zwei Jahre. Vater hat&#8217;s verh\u00e4ngt.\u201c Aber es gibt so eine Stelle nicht. Im Gegenteil, da wo seine J\u00fcnger ihn fragen, Herr wer hat ges\u00fcndigt, dieser oder seine Eltern, wird Jesus zornig und sagt:\u201cEs hat weder dieser noch seine Eltern ges\u00fcndigt. Er ist hier, damit an ihm die Herrlichkeit Gottes offenbar wird.\u201c Gott wehrt sich gegen das Leiden. Und sich mit dem Leiden vers\u00f6hnen, einfach nur so, ist nicht der Wille Gottes.<\/p>\n<p>Das Leiden hat etwas mit der Trennung des Menschen von Gott zu tun. Die Bibel nennt das S\u00fcndenfall. Dar\u00fcber m\u00fcssen wir noch einmal reden. Das machen wir an den Abenden auch noch. Aber es ist nicht der Wille Gottes. Das hat etwas mit Trennungsschmerz zu tun.<\/p>\n<p><b>(3) <a name=\"nimmtnicht\"><\/a>Warum nimmt Gott das Leiden nicht?<br \/>\n<\/b>Wenn Gott das Leiden nicht will, warum nimmt er es nicht einfach? So makaber es klingt, es hat etwas mit der Liebe Gottes zu tun, da\u00df er es nicht nimmt.<\/p>\n<p>Ich will ihnen ein Beispiel sagen. Ich will ihnen sagen, wie sie ihre Kinder vor Leid bewahren k\u00f6nnen. Ich habe zwei gro\u00dfgezogen, ich wei\u00df, was es hei\u00dft. Also wir waren noch so altmodisch und unsere Kinder sind im Laufstall gro\u00df geworden. \u201eJa, das macht man heute nicht mehr!\u201c, habe ich von meiner Tochter gelernt. Hat gut geklappt damals. Zugegeben nicht lange. Aber da ging es auch los, mit dem Leiden. F\u00fcr unsere Kinder und f\u00fcr uns. Hei\u00dfe Kochplatte, mit Fahrrad auf dem Kopf gefallen, Treppe heruntergefallen \u00a0 und so weiter. Ich dachte mir einfach, man m\u00fc\u00dfte dieses Laufst\u00e4llchen ein bi\u00dfchen l\u00e4nger &#8230; Also wenn der Knabe 16 ist sollte man schon ein bi\u00dfchen Metall einbauen&#8230; Mit 18 m\u00fc\u00dfte man auch oben was darauf machen. Und wissen sie was, sie k\u00f6nnten ihr Kind vor allem Leid bewahren. Sie h\u00e4tten am Ende einen Affen erzogen.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zu ihrer Liebe, da\u00df sie ihren Kindern die Freiheit geben und sie wissen sehr wohl, da\u00df diese Freiheit, auch die Freiheit zum Leiden und zum Leiden zuf\u00fcgen in sich birgt. Die Menschen, die schreien: \u201eWie kann Gott das zulassen\u201c, sind genau die,\u00a0 die sich von ihm emanzipieren. Wir wollen uns von Gott nichts sagen lassen, aber wenn wir leiden, dann ist er angeklagt. Haben sie mal jemanden erlebt, dem es gut geht, und der da steht und sagt. \u201eWie kann Gott das zulassen?\u201c. \u201eAlles ich! Hab&#8216; ich alles selbst gemacht!\u201c Aber so wie es schlecht geht&#8230; Es ist ein St\u00fcck der Liebe Gottes, da\u00df er ihnen die Freiheit gibt und in dieser Freiheit ist Leiden inbegriffen und in dieser Welt. Und wenn Udo J\u00fcrgens seiner Tochter gesungen und gedichtet hat: \u201e Ich w\u00fcnsch&#8216; Dir Liebe ohne Leiden\u201c, dann hat er ihr den Tod an den Hals gew\u00fcnscht. Denn Liebe ohne Leiden hei\u00dft Tod. Nein, alles was in dieser Welt ist, mu\u00df leiden. Und das wir vom Leiden nicht befreit sind, hat mit unser Freiheit was zu tun. Diese Freiheit hat etwas mit der Liebe Gottes zu tun. Nur so als eine F\u00e4hrte.<\/p>\n<p><b>(4) <a name=\"leidum\"><\/a>Wie geht Gott mit dem Leiden um?<br \/>\n<\/b>Wenn Gott das Leiden nicht nehmen kann, sonst w\u00fcrde er uns t\u00f6ten oder unsere Freiheit nehmen, wie geht er dann mit dem Leiden um? Das erste, was ich begriffen habe ist, da\u00df unser Gott kein apathischer Gott ist, d.h. ein leidensunf\u00e4higer Gott ist. Der sa\u00df nicht im Himmel, wie Borchert glaubte und Beckmann sagte und wie die Klassiker schreiben <i>Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt<\/i>, sondern dieser Gott, an den wir Christen glauben, ist herabgestiegen, mitten hinein in den Hexenkesseln von Leid und Sterben und hat alles Leiden dieser Welt an sich selbst ertragen. Ich bete keinen Gott an, der irgenwo im Feuerkranz tanzt! Sondern ich rede mit einem Gott, der immer eine Handbreit neben mir ist, der wei\u00df, was es hei\u00dft, zu leiden und in dieser Welt im Leiden kaputt zu gehen. Niemand, der \u00fcber diese Erde ging, hat mehr gelitten, als der, der es nie n\u00f6tig gehabt h\u00e4tte, w\u00e4re er im <i>Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt Himmel<\/i> geblieben. Unser Gott ist ein Gott, der so am Leiden Anteil nimmt, an deinem Leiden, an meinem Leiden, da\u00df er daran selber zu Tode gekommen ist. Haben sie jemanden, der schon mal f\u00fcr sie gestorben ist, um ihnen zu zeigen: \u201eIch bin an deiner Seite. Und auch der Tod kann uns nicht scheiden.\u201c?<\/p>\n<p>Dieser Gott ist kein Gott <i>Br\u00fcder \u00fcberm Sternenzelt<\/i>. Er ist ein heruntergekommen Gott. Im wahrsten Sinne des Wortes. Um ihret- und meinetwillen heruntergekommener Gott. Das fasziniert mich an diesem Gott so. Gott leidet mit. Das ist die erste Botschaft. Und wenn sie meinen, mit ihrem Leiden ganz alleine zu sein, das Zimmer hinter sich zumachen, das Licht ausmachen und in die Kissen heulen, und meinen, sie sind ganz allein und von Gott und aller Welt verlassen: Gott ist der an ihrer Seite, eine handbreit, und der sich die Augen aus dem Kopf heult und das Leiden mit ihnen teilt. Das finde ich eine irre Nachricht. Ich dachte immer, er ist der erhabene, der Herrgott. Nein, er weint mit ihnen, jedes Leid.<\/p>\n<p>Der andere Gott, der das Leid nicht gemacht hat, l\u00e4\u00dft uns mit diesem Leiden nicht allein, sondern er hilft uns tragen. Es ist so, als wenn eine Hand unter unsere Last greift. Da wo wir glauben, da\u00df er nicht ist, der es schickt. Luther hat einmal so gesagt: Gott, der das Leiden nicht will, weil es aber in der Welt ist, beginnt er das Leiden zu nutzen. Das mu\u00df ich ihnen erkl\u00e4ren. Sehen sie, Gott glauben wir Christen, ist wie ein Vater oder eine Mutter, und nun haben viele von ihnen und auch ich Kinder erzogen. W\u00fcrden sie jemals die Hand ihres Kindes nehmen und sie auf eine hei\u00dfe Kochplatte dr\u00fccken, um ihren Kind zu sagen: \u201eSo f\u00fchlt es sich an.\u201c? Sie werden ihrem Kind sagen:\u201cDu fa\u00df da nicht an, tut weh!\u201c Aber wenn das Kind es am Ende getan hat, was werden sie tun? Na, nun sind sie nicht ganz so nett. Zuerst einmal werden sie sagen: \u201e Hab ich es Dir nicht gesagt?\u201c Das ist die erste Reaktion. Aber die zweite Reaktion ist, sie werden das Kind auf dem Arm nehmen, pusten, heile heile G\u00e4nschen tr\u00f6sten. Es gibt Kinder, die sich selbst verletzten, um endlich die Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu erfahren.<\/p>\n<p>Und wenn sie sich mal an ihre Kindheit erinnern, es waren Leid und Trost, die sie eindr\u00fccklich behalten haben. Wenn Menschen glauben k\u00f6nnen, da\u00df Gott auf ihrer Seite ist im Leiden und nicht der ist, der es verh\u00e4ngt oder verschickt, dann k\u00f6nnten sie im Leiden, besondere N\u00e4he, Liebe, W\u00e4rme und Herzlichkeit Gottes erfahren. Denn er nutzt das Leiden, um sich ihnen in besonderer Weise zu offenbaren. Und dann kann ein Mensch auch mal sagen: \u201eGott ich danke Dir, da\u00df Du mir das Leid geschickt hast\u201c. Er will es nicht, aber er nutzt es.<\/p>\n<p>Und Luther geht gar so weit und sagt, der Tod, der Inbegriff allen Leidens,\u00a0 \u00e4rgste Feind Gottes, mu\u00df Gott dienen, weil er nun einmal da ist, zwingt Gott ihn unter seine Herrschaft und er wird, dieser \u00e4rgste Feind zum Scharnier f\u00fcr die Ewigkeit.\u00a0 In dir ist Freude in allem Leide. Gott will das Leiden nicht, das Leiden ist in der Welt, weil wir in der Gottesferne leben. Gott kann das Leiden nicht einfach wegnehmen, weil er unsere Freiheit und unser Leben nehmen w\u00fcrde, aber er kommt in unser Leid, stellt sich an unsere Seite, tr\u00e4gt mit und leidet mit, tr\u00f6stet und macht das Leid sich damit Untertan. Wenn sie ein solches Bild von Gott haben, dann kann keine Leiderfahrung dieser Welt, ihnen suggerieren, da\u00df Gott ein ferner Gott ist, leidensunf\u00e4hig, und auf Wolke 7 sitzend, oder, da\u00df Gott ein strafender Gott ist, Lust hat, sie endlich einmal am Kanthaken zu kriegen und fertig zu machen. Und wenn in der Bibel auch mal solche S\u00e4tze stehen, sie beschreiben nicht das Wesen Gottes. Wir sind ja nicht gottgl\u00e4ubig, sondern Christen. Das Wesen Gottes ist in Christus beschrieben.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">4.<a name=\"wesen\"><\/a><b>Wie ist das Wesen Gottes wirklich?<\/p>\n<p><\/b>Ich h\u00e4tte Lust ihnen aus so vielen Geschichten eine Ahnung zu vermitteln, wie dieser Gott, der Vater Jesu Chrsti, wirklich ist. Ganz anders als die vielen Bilder, die in uns leben. Ich mu\u00dfte mich entscheiden und diese Geschicht, die ich ihnen vortrage, hat eine Vorgeschichte, die ich ihnen erz\u00e4hlen werde. Eines der bekanntesten Abschnitte der Bibel, des neuen Testaments, jedenfalls f\u00fcr uns \u00e4ltere ist Lukas 2, diese wundersch\u00f6ne Weihnachtsgeschichte.<\/p>\n<p>Da gibt es eine Passage: \u00dcber den Hirten auf dem Feld \u00f6ffnet sich der Himmel, und Engel kommen herunten. Nun m\u00fcssen sie nicht an Engel glauben, das kriegen wir sp\u00e4ter. Ich habe mal geh\u00f6rt, Gott schickt immer dann Engel, wenn er sicher gehen will, das die Botschaft auch richtig ankommt. Der Himmel geht auf und die Hirten haben nat\u00fcrlich Angst. Klar, wenn so was supranaturalistischen erscheint, wenn etwas unheimlich Gro\u00dfes auf uns zu kommt, das macht immer Angst.<\/p>\n<p>Dann kommt sozusagen eine g\u00f6ttlicher Regierungserkl\u00e4rung. Wenn unsere Politiker Regierungserkl\u00e4rungen halten, dann m\u00fcssen sie nie richtig hinh\u00f6ren, es wird doch immer ganz anders. Bei Gott ist das anders: Wenn er etwas sagt, das ist so. Das geschieht so. Und diese g\u00f6ttliche Regierungserkl\u00e4rung, wird ausgerechnet den Hirten auf dem Felde, also Menschen, mitgeteilt, die eigentlich gar nicht kompetent sind. Das h\u00e4tte man irgendwo im Tempel in Jerusalem machen m\u00fcssen und nicht bei den Hirten, das waren damals so die Outcats, die am Rand der Gesellschaft waren, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben wollte. Die waren nicht richtig sauber und nicht richtig religi\u00f6s. Zu denen \u00f6ffnet sich der Himmel und Engel kommen herab, und teilen mit, was Gott ist und was er vor hat. Und auf diese engeliche Botschaft m\u00f6chte ich sie gerne noch einen Augenblick aufmerksam machen. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie und sie f\u00fcrchteten sich, wie das so ist. Und der Engel des Herrn sprach zu ihnen:\u201cF\u00fcrchtet Euch nicht!\u201c. Gott kommt auf den Menschen zu, wei\u00df nat\u00fcrlich, da\u00df das Absolute, das Einmalige, das Fremde immer Angst macht. Er spielt und kokettiert nicht mit dieser Unheimlichkeit und Macht, die er aus\u00fcbt in seiner Erscheinung. Sondern er geht auf den Menschen zu, und sagt: \u201eDu, hab&#8216; bitte keine Angst!\u201c. Gott will auf sie zukommen und sagen:\u201cBitte, f\u00fcrchte dich nicht. Ich will dir keine Angst machen.\u201c.<\/p>\n<p>Und ich sehe so viele Menschen, die nur in Angst vor Gott leben, wenn sie denn \u00fcberhaupt glauben. Ich bin auch Vater zweier Kinder und ja, meine Kinder haben Ehrfurcht vor mir. Wissen sie, was das ist? Ehrfurcht hei\u00dft zum Bespiel, da\u00df es nicht gleichg\u00fcltig ist, ob ich etwas sage oder irgend ein Fremder, was sagt. Wenn Vater was sagt, dann h\u00f6ren sie schon genauer hin. Das ist Ehrfurcht. Sie wissen, da\u00df ist mein Vati. Aber wenn meine Kinder Furcht vor mir h\u00e4tten, dann w\u00e4re etwas falsch gelaufen. Und wenn sie nur aus Furcht zu Besuch k\u00e4men, oder aus Furcht mir was schenken w\u00fcrden,\u00a0 da\u00df ich ihnen was entziehen k\u00f6nnte, das w\u00fcrde mich unendlich traurig machen. Und diese Fr\u00f6mmigkeit, die in Furcht vor Gott lebt, das ist nicht eine Steigerung von Fr\u00f6mmigkeit, so ganz fromm. Das ist Gottlosigkeit. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die Vollkommene Liebe treibt die Frucht aus.<\/p>\n<p>Nein, Gott kommt auf sie zu. Auf jeden von ihnen, auch auf den Gottlosesten, wenn sie so wollen. Kommt und stellt sich vor ihnen hin und sagt:\u201cHab&#8216; bitte keine Angst\u201c.<\/p>\n<p>Und dann geht&#8217;s weiter: \u201eSiehe ich verk\u00fcndige euch ein gro\u00dfes Problem, oder so \u00e4hnlich.\u201c Nein, da steht MEGA, Megafreude, richtig Spa\u00df soll es machen. Die Beziehung zwischen Mensch und Gott soll sch\u00f6n sein: \u201e Ihr sollt euch auf die Schenkel klopfen und daran freuen, immer wenn ihr an mich denkt, immer wenn ihr mit mir in Beziehung tretet. Ich will jedenfalls an euch Spa\u00df haben. La\u00dft uns eine Freude miteinander haben.\u201c<\/p>\n<p>Ich war mal in einem Kirchenvorstand mit dem hatte ich eine Vortragsreihe vorbereitet. Ich habe denen ein Thema vorgeschlagen: Kirche, die wieder Spa\u00df macht. Oh, da machten die Herren Kirchenvorsteher aber ganz dunkle Gesichter. Nein, da\u00df ginge nicht: Spa\u00df und Kirche. Tiefe Freude, wissen sie so tiefe, so ganz tiefe. So da\u00df man kaum rankommt. Und wenn man dann so in unsere Gottesdienst geht, das mag hier ganz anders sein, hat man auch wirklich das Gef\u00fchl, man geht in einen K\u00fchlschrank. Wo die letzen Eisheiligen aufbewahrt werden. Ich w\u00fcrde gerne mal Menschen anderer Kultur, die unsere Sprache nicht verstehen in unsere Gottesdienste einladen und fragen, was empfindet ihr? Was dr\u00fccken wir aus? Was lebt in uns? Die kommen auf alles m\u00f6gliche, aber auf Freude nicht. Und wenn sie eine Umfrage halten und sagen:\u201cWas verbinden sie mit Freude?\u201c, sie bek\u00e4men eine Menge Antworten, doch auf Kirche kommt keiner.<\/p>\n<p>Glauben sie es mir, da ist was falsch gelaufen. Ich meine nicht Spa\u00dfgesellschaft. Ich wei\u00df auch viel von Leid. Wir haben dar\u00fcber gerade geredet. Freude ist mehr als nur Spa\u00df. Aber es sp\u00fcrt man Menschen an, wenn die zusammen Freude habe. Das ist schiefgelaufen. Gott will, da\u00df wir keine Angst haben, und Gott will das die Beziehung zwischen ihnen und ihm richtig Freude macht. Gro\u00dfe Freude, Megafreude. Und sie ahnen schon, da ist was schief gelaufen im ihrem Gottesbild, in meinem, in der Tradition unsere Kirche, und wir werden dahin zur\u00fcckfinden, da bin ich mir sicher. Gro\u00dfe Freude. Und das soll allem Volk gelten. Nicht einer kleinen elit\u00e4ren Gruppe. Nicht abgegrenzt, ihr nicht,\u00a0 wir, katholisch,\u00a0 evangelisch, ganz fromme und nicht so Fromme, Charismatiker und Normale. Nein, allem Volk. Jesus hat nie ausgegrenzt. Es durfte kommen, wer wollte. Gott ist nicht so ein Lokalheiliger, der f\u00fcr eine ganz besondere Truppe zust\u00e4ndig ist, sondern alle Welt , jeder Mensch, rot , gr\u00fcn und was sie alle sind, selbst die brauen, sind alle Objekte der Sehnsucht Gottes. Und Gott heult sich die Augen nach ihnen aus. Alles Volk und sie geh\u00f6ren dazu. Ihnen gilt das. Freude, angstfreie Beziehung, sie sind das Objekt der Sehnsucht Gottes. \u201eDenn Euch ist heute..\u201c, so geht&#8217;s dann weiter der <i>Richter<\/i> geboren? Nein! Sondern? Der Heiland. Ja, Gott ist Erhalter, ist Ersch\u00f6pfer, Herrgott, Richter. Er ist alles auch. Aber das ist das Wesen der Offenbarung Jesu: Gott kommt in Jesu auf Menschen zu und sagt: \u201e Ich komme und will Heilmachen. Ich komme auf diese Erde, ich renne dir hinterher. Nicht, weil ich dich fertig machen will, nicht weil ich dich ertappen will, sondern ich frage dich, du dein Gott kommt, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, ist etwas in deinem Leben, was ich Heilmachen kann? Darum komme ich. Ich komme auf dich zu, nicht um etwas zu wollen, sondern ich komme, um dich zu beschenken. Sag mir, was kaputt ist. Ich mache es heil. Ich heile physische Krankheiten, ich heile psychische Krankheiten, ich heile soziale Beziehungen, ich heile kaputte Gottesbeziehungen, es ist mein Beruf. Ich komme in diese Welt. Ich steige herab, und will nichts anderes, als Heilung.\u201c Und die Menschen laufen weg.<\/p>\n<p>Wenn sie die Leute fagen, was Kirche ist, dann werden sie h\u00f6ren:\u201cDie haben immer das Gef\u00fchl, die wollen etwas von uns, die wollen etwas, die wollen es besser machen, die wollen Geld haben, die wollen, da\u00df wir moralischer werden, die wollen irgendwas\u201c. Der Herr der Kirche, Jesus, kam auf Menschen zu und wollte nichts, er wollte einfach nur, heile machen. Und Menschen, die sich auf ihn eingelassen haben, haben es auch erfahren in ihrem Leben. Und diejenigen, die wegrennen, haben immer nur angst.<\/p>\n<p>F\u00fcrchte Dich nicht, gro\u00dfe Freude allen Volk. Heil. Das lassen wir auf der Zunge zergehen. Dann sp\u00fcren sie wie weit, wie weit, wir uns von dieser Sch\u00f6nheit entfernt haben. In unserem pers\u00f6nlichen F\u00fchlen, auch vielleicht denken, auch vielleicht ein bi\u00dfchen in unserer Tradition. Und das Zeichen, das Gott gibt, ist kein Petersdom. Ist kein Landeskirchenamt, ist nicht Macht, ist nicht Gewalt, ist nicht Eindruck schinden. Sondern das Zeichen, da\u00df Gott gibt, ist ein hilfloses Kind. Er legt sozusagen sich uns in den Scho\u00df. Und es strahlt uns an und sagt: \u201e Kannst Du \u00fcberhaupt denken, da\u00df ich etwas b\u00f6ses mit dir vorhabe?\u201c Er macht sich auf uns angewiesen. Er bittet geradezu um unsere F\u00fchrsorge. So kommt Gott in ihr Leben. Nicht mit Gewalt, nicht mit Druck, sondern mit der Bitte:\u201cLach mich an! Hab mich lieb. Nimm mich an Dein Herz\u201c. Diese Kind ist irgendwann einmal erwachsen geworden, ja. Aber er hat nie Macht gebraucht, und schon gar nicht Macht mi\u00dfbraucht. Sondern als sie ihn brutal zusammenschlugen, anspuckten, folterten und ihn schlie\u00dflich nackend an Kreuz hingen, und sich \u00fcber ihn lustig gemacht haben, hat er seine H\u00e4nde nicht geballt zur Faust, um aller Welt Rache zu schw\u00f6ren, die sich an ihn vergreift, sondern die Arme blieben ausgestreckt und die H\u00e4nde wie zum Segen:\u201cVater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!\u201c<\/p>\n<p>Gott kommt gewaltfrei. Und jeder kleine Konfirmant kann sagen:\u201cGeh raus. Ich will dich nicht!\u201c. Gott geht und wirft kein Stein hinterher. Du bleibst souver\u00e4n. Die einzige Macht, die Gott anwendet, ist die Macht der Bitte. Merken sie? Nicht ein ferner Gott, nicht ein fordernder Gott, sondern ein Gott, der ihnen ganz nahe wird, der kommt, damit sie Freude haben, sich nicht f\u00fcrchten brauchen, heil werden, und sein Zeichen ist Herzlichkeit. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil III Hindernisse auf dem Weg, Seminar zu Grundfragen des christlichen Glaubens von Eckard H. Krause. Zusammengefa\u00dft aus einem Tonmitschnitt von Pirko Silke Lehmitz Februar 2003 Gemeinde Bugenhagen Gesamtmitschrift (9 Dina 4 Seiten) Gottesbilder Jeder, der \u00fcber diese Erde geht hat ein Bild von Gott, was es einem schwer macht zu glauben, weil man nicht &hellip; <a href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=396\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWorauf sie sich verlassen k\u00f6nnen\u201c<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6,2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/396"}],"collection":[{"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=396"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":397,"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/396\/revisions\/397"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/stillgeboren.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}