{"id":402,"date":"2015-04-28T22:39:36","date_gmt":"2015-04-28T20:39:36","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=402"},"modified":"2015-04-28T22:39:36","modified_gmt":"2015-04-28T20:39:36","slug":"in-einem-krug-hebst-du-meine-traenen-bei-dir-auf-und-zeichnest-sie-auf-in-deinem-buch-des-lebens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=402","title":{"rendered":"\u201cIn einem Krug hebst du meine Tr\u00e4nen bei dir auf; und zeichnest sie auf in deinem Buch des Lebens.\u201d"},"content":{"rendered":"<h2 align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">GedenkGottesdienst f\u00fcr verstorbene Kinder:T\u00f6chter und S\u00f6hne, Geschwister und Enkel<\/span><\/h2>\n<p align=\"CENTER\"><strong><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">8. Dezember 2001, 16 Uhr<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Ev. Gemeindezentrum Kradepohl, Bergisch Gladbach-Gronau<\/span><\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Eingangsvotum <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wir sind hier zusammen gekommen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen, als Hadernde und Zuversichtliche, als Zweifelnde und Glaubende, als Menschen, die im Glauben leben, und als solche, denen der Glaube schwindet oder gar verloren gegangen ist.<br \/>\nVerschieden sind wir, und doch gibt es eins, was uns verbindet: die Trauer um T\u00f6chter und S\u00f6hne, Br\u00fcder und Schwestern, Enkel, Patenkinder, Neffen, Nichten, Freunde.<br \/>\nSo wie wir sind, sind wir eingeladen, vor Gott zu treten. Denn vor Gott d\u00fcrfen wir gerade auch mit unser Trauer sein. In Seinem Namen d\u00fcrfen wir hier sein, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Klage\/Klagepsalm<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>1. Hinf\u00fchrende Gedanken zum Klagen<br \/>\n<\/b>Menschen, die inne halten vor Gott, beschreiten einen Weg, machen sich auf den Weg. Auf diesem Weg gibt es verschiedene Stationen. Eine Station ist immer auch die der Klage. F\u00fcr uns Menschen ist es lebenswichtig, dass wir klagen d\u00fcrfen.<br \/>\nDenn: Klagen befreit. Es hilft, Versteinertes, Verh\u00e4rtetes zu l\u00f6sen \u2013 es zum Fliessen zu bringen. Klagen hilft, zu verwandeln und neue Lebenswege zu \u00f6ffnen.<br \/>\nSo wollen auch wir unsere Klage vor bringen, ihm sagen \u2013 in Worten und in der Stille \u2013, was uns entsetzt und schmerzt, was uns zweifeln und verzweifeln l\u00e4sst was uns w\u00fctend und sprachlos macht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>2. Klagen \u2013 (Elke Sonnenberg)<br \/>\n<\/b>Gott, ich klage dir meinen Zustand. Ich rede von dir und f\u00fchle mich dennoch verlassen. Ich m\u00f6chte dir vertrauen und \u00e4ngstige mich dennoch.<br \/>\nWas ist geschehen?!? Weisst du was das bedeutet, dass da ein Kind \u2013 eine Schwester, ein Bruder, ein Mensch \u2013 nicht mehr da ist? Siehst du das?!? So vieles \u2013 ja manchmal habe ich das Empfinden \u2013 alles ist aus dem Rhythmus gekommen. Ich lebe im Chaos. Das macht mir Angst und verst\u00f6rt mich zutiefst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">So rede ich zu dir, Gott, und weiss doch nicht, ob du mich h\u00f6rst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Einsamkeit umgibt mich. Es ist so still um mich herum und so manches Mal reisst mich das Nichts in seinen Strudel. Ich st\u00fcrze und weiss nicht wohin. Das zerm\u00fcrbt. Das macht m\u00fcde und kraftlos. Das klage ich dir, Gott.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Gott, so gerne m\u00f6chte ich glauben, dass du da bist als mein Wegbegleiter, und dennoch sehe ich so oft keinen Weg. Ich m\u00f6chte glauben, dass du mir Licht zugedacht hast, aber ich versinke in meinen dunklen Gedanken. Es ist leer in mir. Mir fehlen die Worte. So klage ich dir in der Stille mein Leid, meinen Schmerz, meine Wut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Stille<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Gott, vor deine F\u00fcsse werfen wir unsere Klagen und hoffen \u2013 hoffen \u2013, dass du sie h\u00f6rst. Berge du uns. Zeige uns einen Weg, wenn wir durch dunkle Nacht wandern m\u00fcssen. Amen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Biblische Lesung: Psalm 56 <\/b>(i.A.) \u2013 (Ute Rapp)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Du, Gott, hast die Tage meines Elends gez\u00e4hlt; es ist aufgezeichnet bei dir. In einem Krug hebst du meine Tr\u00e4nen bei dir auf; und zeichnest sie auf in deinem Buch des Lebens.<br \/>\nIch habe erkannt: Gott steht mir zur Seite. (&#8230;) So gehe ich vor Gott meinen Weg im Licht der Lebenden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Ansprache \u2013 Psalm 56 (Vers 9+10)<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Liebe M\u00fctter und V\u00e4ter, liebe Geschwister und Familien, liebe Mitmenschen!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">In den vergangenen Tagen und Wochen habe ich mich langsam an das Thema heran getastet; es ist nach und nach gewachsen. Warum ich mich auf dieses Thema zu bewegt habe: Ich glaube, weil es mir selbst in diesem Jahr sehr nahe gewesen und gekommen ist.Eigentlich bin ich kein Mensch der viel oder schnell weint \u2013 so habe ich gedacht, aber dieses Jahr hat manch\u00b4 andere Erfahrung mit sich gebracht: Tr\u00e4nen waren oder sind pl\u00f6tzlich da und fliessen, und ich habe viele Menschen mit ihren Tr\u00e4nen gesehen.Ich habe erlebt, wie Tr\u00e4nen Angst machen k\u00f6nnen: bei anderen und mir. Ich habe gesehen und erlebt, wie Tr\u00e4nen l\u00f6sen und erleichtern: andere und auch mich selbst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Tr\u00e4nen geh\u00f6ren zum Menschen; sie sind menschlich \u2013 ja: machen uns zu Menschen; sie lassen Gef\u00fchle der Trauer und manchmal auch der Freude (ab)fliessen. Tr\u00e4nen erz\u00e4hlen Geschichten. Gerade auch die Tr\u00e4nen, um die wir wissen, k\u00f6nnen Geschichten erz\u00e4hlen \u2013 unz\u00e4hlige!: Geschichten von Menschen, die nicht mehr unter uns leben und die dennoch sehr gegenw\u00e4rtig f\u00fcr uns sind. Geschichten von Schwestern und Br\u00fcdern, von S\u00f6hnen und T\u00f6chtern, Onkel, Tanten, Cousins, Freunden, &#8230; . <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wohl niemand mag ermessen, wie viele Tr\u00e4nen um sie geweint worden sind und auch nach Jahren immer wieder um sie fliessen. Denn wir Menschen weinen, wenn der Schmerz eines Verlustes uns trifft. Wir weinen aus Wut und Scham, aus Reue und Entt\u00e4uschung. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Manchmal finden Tr\u00e4nen auch keinen Weg nach draussen, stauen sich in einem an wie in einem Stausee. Mich erinnert daran ein Text, den eine betroffene Schwester aus unserer K\u00f6lner Geschwistergruppe geschrieben. Er geht nicht direkt \u00fcber Tr\u00e4nen, aber er spricht von der Wut, und mit ihr ist es oft \u00e4hnlich wie mit den Tr\u00e4nen:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b><i>We, Uh, Te \u00a0 (Elke Sonnenberg)<\/i><\/b><\/span><b><i><\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b><i>Wut, da ist sie wieder,<br \/>\nwie so oft in letzter Zeit,<br \/>\nrund, dick,<br \/>\nmitten im Bauch,<br \/>\nnicht loszuwerden,<br \/>\nein Klumpen, ein dicker, fetter Klumpen,<br \/>\ninzwischen weiss ich wenigstens, wo er hingeh\u00f6rt<br \/>\nund manchmal schaffe ich es, ihn loszuwerden,<br \/>\nohne dass er sich wieder gegen eine Person richtet,<br \/>\nvielleicht Wut \u00fcber den Verlust,<br \/>\nder so sinnlos erscheint,<br \/>\nnicht greifbar wird,<br \/>\nWut, die sich jetzt bereits wenigstens ab und zu einmal in Tr\u00e4nen aufl\u00f6st.<br \/>\nAber ich kann das Schwert nicht immer finden,<br \/>\nund dann sitzt sie weiter in meinem Bauch,<br \/>\nfrisst an mir,<br \/>\ndick, fett, keine Farbe, kein direkt zu benennender Grund,<br \/>\nkein leicht zu findendes, zufriedenstellendes Ventil.<\/i><\/b><\/span><b><i><\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wut \u2013 Tr\u00e4nen: sie sind hier eindr\u00fccklich beschrieben. Und es ist gut, sie so oder anders auszudr\u00fccken \u2013 sie h\u00f6rbar, sichtbar zu machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Hier vorne haben wir ein blaues Tuch ausgelegt: einen Fluss, in das viele Tropfen \u2013 auch Tr\u00e4nen \u2013 geflossen sind. Wir laden Sie und Euch ein, diesem Meer sichtbare Tropfen \u2013 sichtbare Tr\u00e4nen \u2013 zu geben. Denn unsere Tr\u00e4nen, die Geschichten erz\u00e4hlen, sind nicht namenlos. Vielmehr tragen sie Namen, die tief in uns eingraviert sind. Die Kinder, um die wir trauern, sind gegenw\u00e4rtig; sie haben Namen \u2013 wir geben ihnen Namen \u2013 wir nennen sie beim Namen. Darum laden wir Euch und Sie ein \u2013 jeden der mag \u2013 auf einen Tr\u00e4nentropfen den Namen des Kindes zu schreiben, um das Sie und Ihr trauert und den Tropfen dann \u2013 so Sie und Ihr m\u00f6gt \u2013 auf das blaue Flusstuch zu legen. Vielleicht m\u00f6gen manche zu dem Namen des Kindes ein Symbol malen. Und bei manchen ist es vielleicht auch so, dass sie um ein Kind trauern, das keinen Namen bekam, weil es sehr fr\u00fch \u2013 w\u00e4hrend der Schwangerschaft \u2013 starb. Vielleicht haben Sie ein Zeichen oder auch ein bestimmtes Wort, das Sie wie einen Namen mit Ihrem Kind verbinden. Wer mag, hat nun Zeit, eine Tr\u00e4ne zu beschriften \u2013 gemeinsam oder auch allein \u2013 und sie auf den blauen Fluss zu legen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Ansprache <i>\u2013 <\/i>Teil II<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Tr\u00e4nen erz\u00e4hlen Geschichten. Sie sind nicht nur ein Tropfen Wasser, sondern bergen in sich ein ganzes Universum. Darum sind sie so kostbar. Nicht zuletzt deswegen sind sie auch so wert geachtet von Gott. Er vergisst keine Tr\u00e4ne. In den Psalmen spricht eine Beterin \u2013 ein Beter:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><i>Du, Gott, hast die Tage meines Elends gez\u00e4hlt; (in einem Krug) hebst du meine Tr\u00e4nen bei dir auf; und zeichnest sie auf in deinem Buch des Lebens.<\/i><\/span><i><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Gott hebt unsere Tr\u00e4nen auf \u2013 ja: er schreibt sie selbst ins Buch des Lebens ein, denn er will sie vor dem Vergessen bewahren. Er sammelt sie in einem Krug auf! Tr\u00e4nen \u2013 von Gott gez\u00e4hlt wie kostbare Perlen. Sie sind ihm wichtig. Er l\u00e4sst sie nicht im Unsichtbaren versiegen, sondern sammelt sie, hebt sie auf; und zeichnet sie in sein Buch des Lebens. Weil Gott die Tr\u00e4nen aufbewahrt; weil er mit ihnen Geschichte schreibt und sie ein f\u00fcr allemal aufhebt, sind sie nicht verloren und k\u00f6nnen zu neuem Leben helfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Denn Tr\u00e4nen l\u00f6sen das Verh\u00e4rtete; sie geben dem Starren Lebendigkeit zur\u00fcck; sie lassen den Schmerz fliessen, der nach aussen dringt, der `raus will aus unserem K\u00f6rper, der Ausdruck braucht, damit er wenigstens Schritt f\u00fcr Schritt fassbar und begreifbar wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Tr\u00e4nen \u2013 gesp\u00fcrt in mir drinnen \u2013 vielleicht festgehalten auf Zeit und geweint aus Trauer um einen lieben, vertrauten Menschen sind nicht zuletzt auch ein Ausdruck der Liebe, der Beziehung, der Verbundenheit zu diesem Menschen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Tr\u00e4nen schmerzen und doch haben sie zugleich auch Erl\u00f6sendes. Denn sie fliessen und bringen damit in Bewegung. Sie sind etwas Lebendiges und helfen zum Leben, zum Neuwerden, zum Wachsen; Tr\u00e4nen \u2013 so widersinnig es sich f\u00fcr manchen anh\u00f6ren mag \u2013 Tr\u00e4nen sind eine Gabe; eine Gabe Gottes gegen Versteinerung und Todesstarre. Und wenn sie geweint werden und hinausfliessen, dann landen sie doch nicht im Nichts, sondern wie der Psalmbeter es sagt: <i>In einem Krug hebst du, Gott, meine Tr\u00e4nen bei dir auf; und zeichnest sie auf in deinem Buch des Lebens. <\/i>Und eine Zeit sp\u00e4ter kann dieser Menschen sagen: <i>So gehe ich vor Gott meinen Weg im Licht der Lebenden.<\/i><\/span><i><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Da, wo Tr\u00e4nen sein d\u00fcrfen, wo sie nicht vergessen werden, wo sie geborgen und aufgehoben sind, da kann es geschehen, dass wieder Licht auf dem Wege aufleuchtet. Da kann ein Mensch \u2013 vorsichtig tastend, beseelt, getragen von Hoffnung \u2013 sagen: <i>Ich gehe vor Gott meinen Weg im Licht der Lebenden.<\/i><\/span><i><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Licht ist f\u00fcr uns Menschen lebenswichtig. Als Trauernde sp\u00fcren wir dies oft in besonderer Weise.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Licht \u2013 der Schein einer Kerze \u2013 ist unaussprechlich wichtig. Denn eine Kerze gibt W\u00e4rme, und sie erhellt die Dunkelheit. Kerzen sind wie Boten, die davon erz\u00e4hlen, dass es Licht und W\u00e4rme gibt auch jenseits aller Grenzen,<br \/>\ndie uns so beschwerlich sind.<br \/>\nKerzen k\u00f6nnen unser Leben erhellen und einen Lichtschein in die dunkle Welt hineinbringen. Sie sind Lebenszeichen, und sie sind Zeichen der Erinnerung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Dass Kerzen an das Leben erinnern \u2013 daran, dass <span style=\"text-decoration: underline;\">wir<\/span> leben, das soll uns diese rote Kerze erz\u00e4hlen. Diese Kerze wollen wir f\u00fcr uns anz\u00fcnden: f\u00fcr uns, die wir leben. Rot ist sie wie das Blut, das in uns fliesst, das Leben ist und Leben bringt. Wir wollen sie anz\u00fcnden, auf dass uns immer wieder ein Licht aufgeht und wir nie vergessen, wie kostbar das Leben ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Rote Kerze entz\u00fcnden<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Und zum Ged\u00e4chtnis an die verstorbenen Kinder, an die Br\u00fcder und Schwestern, die Menschen, die uns als Freund, Enkel, Cousin vertraut waren und sind, z\u00fcnden wir diese sonnengelbe Kerze an. Sie leuchtet zum Ged\u00e4chtnis derer, die uns \u2013 zur Unzeit, viel zu fr\u00fch \u2013 vorangegangen sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Gelbe Kerze entz\u00fcnden<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Licht f\u00fcr uns und f\u00fcr die verstorbenen Kinder: Das soll in unserem Gottesdienst seinen Platz haben d\u00fcrfen. Und so laden wir Sie und Euch, ein jeden und eine jede, die mag, eine Kerze anzuz\u00fcnden und sie im Glas auf die Tr\u00e4ne zu stellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Ansprache \u2013 Teil III<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Kerzen brennen f\u00fcr uns und die Kinder. Sie sind Zeichen f\u00fcr Gottes W\u00e4rme und Licht. Sie wollen uns erinnern: Gott ist das Licht, das nicht verlischt, das scheint, damit wir leben, damit wir Leben neu gewinnen und damit jene leben, die durch den Tod hindurch gegangen sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Das Vertrauen, die Hoffnung, dass Gott da ist, dass ER sogar im Dunklen wohnt und ihm nicht entflieht, dass ER das Dunkle, Unwirkliche, Schmerzliche mit aush\u00e4lt: das ist uns als verwaisten Geschwistern, als verwaisten M\u00fctter, V\u00e4tern, Grosseltern, als Freunden und Wegbegleitern betroffener Familien oft unbegreifbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Und doch gibt es diese Hoffnung. Und ist sie manchmal noch so br\u00fcchig und wackelig, so sp\u00fcren Menschen sie doch immer wieder aufs neue in sich.<br \/>\nDer Psalmbeter \u2013 die Psalmbeterin haben sie damals \u2013 vor langer, langer Zeit \u2013 in sich getragen. Und seitdem haben Menschen ihre Worte immer wieder nachgesprochen: vorsichtig tastend \u2013 dann vielleicht auch manchmal voller Zuversicht und Kraft. Auch wir sind eingeladen, diese Worte f\u00fcr uns zu probieren \u2013 sie zu buchstabieren, vielleicht nur ganz z\u00f6gerlich und verhalten, und dennoch in dem Vertrauen, dass sie wahr und wirklich sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><i>In einem Krug hebst du, Gott, meine Tr\u00e4nen bei dir auf; und zeichnest sie auf in deinem Buch des Lebens.<br \/>\nSo gehe ich vor dir, Gott, meinen Weg im Licht der Lebenden.<\/i> <b>Amen.<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>F\u00fcrbitte<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">In einem kleinen Buch von J\u00f6rg Zink gibt es eine Passage, die mich sehr fasziniert und die ich gerne unserem F\u00fcrbittengebet voranstellen m\u00f6chte. J\u00f6rg Zink schreibt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">(Ute Rapp)<br \/>\nManche fragen mich: \u201cDarf man f\u00fcr die Toten beten?\u201d Ich w\u00fcsste nicht, was uns hindern sollte.<br \/>\nSie sind ja nicht tot, sondern leben. Gott \u2013 sagt Jesus \u2013 ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebendigen. Hier wie dr\u00fcben. Wenn uns das Gebet mit Menschen verbinden darf, die am anderen Ende der Welt sind, dann doch auch mit denen, die sie verlassen haben. Sie empfangen, was wir ihnen senden, auf dem Weg \u00fcber die G\u00fcte Gottes, die sie auch dort geleitet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">(Dagmar Ibe)<br \/>\nGuter Gott, lass uns nicht verzweifeln und gib uns Kraft mit dem viel zu fr\u00fchen Tod unserer Kinder weiter zu leben. Lass uns irgendwann wieder die Sch\u00f6nheiten Deiner Erde sehen.<br \/>\nGuter Gott, nimm unsere Kinder auf in Dein Reich und beh\u00fcte sie. St\u00e4rke uns in dem Glauben, dass es Ihnen da, wo sie jetzt sind, an nichts mangelt und dass es ihnen sehr gut geht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">(Michael Laimmer)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">(KV)<br \/>\nGott, wir bitten dich f\u00fcr alle, die trauern und weinen, deren Herz schwer ist und deren Inneres wund.<br \/>\nF\u00fcr sie bitten wir dich um deinen heilenden Geist.<br \/>\nSo bitten wir dich auch f\u00fcr uns: Steh uns bei in unserem Schmerz. Sei an unserer Seite und gebe uns Gewissheit und Zutrauen in deine N\u00e4he.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">(Dagmar Ibe)<br \/>\nGuter Gott, wir danken Dir f\u00fcr die Menschen, die immer noch mit uns trauern und die immer wieder mit uns \u00fcber unsere Kinder sprechen und somit dazu beitragen, dass unsere Kinder nicht vergessen werden.<br \/>\nGuter Gott, wir bitten Dich weltweit f\u00fcr die vielen Eltern, die im letzten Jahr ihr Kind verloren haben. Tr\u00f6ste sie in Ihrem furchtbarem Leid.<\/span><\/p>\n<p>\u00a9<span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"> 2001 Kristiane Voll<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GedenkGottesdienst f\u00fcr verstorbene Kinder:T\u00f6chter und S\u00f6hne, Geschwister und Enkel 8. Dezember 2001, 16 Uhr Ev. 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