{"id":509,"date":"2015-04-22T21:43:14","date_gmt":"2015-04-22T19:43:14","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=509"},"modified":"2015-05-01T21:45:29","modified_gmt":"2015-05-01T19:45:29","slug":"der-tod-am-anfang-des-lebens-fuehrt-ein-schattendasein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=509","title":{"rendered":"Der Tod am Anfang des Lebens f\u00fchrt ein Schattendasein"},"content":{"rendered":"<p><b><span style=\"color: #990066; font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Ursula Goldmann-Posch aus \u201cWenn M\u00fctter trauern\u201d, S. 62 ff.<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Der Tod am Anfang des Lebens f\u00fchrt ein Schattendasein im Ansehen unserer Gesellschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wenn vom Tod eines Kindes die Rede ist, gilt die Aufmerksamkeit und das Mitgef\u00fchl meist jenen Eltern, die ihr Kind durch Krankheit <a title=\"B\u00fcchertipps\" href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=200\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-214 size-full\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/WennMutter.jpg\" alt=\"WennMutter\" width=\"87\" height=\"140\" \/><\/a>oder durch einen Unfall verloren haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Von den rund 4.5000 Kinder, die jedes Jahr in der Bundesrepublik w\u00e4hrend er erste Wochen oder in den erste Stunden nach der Geburt sterben, von den rund 2.500 Kindern, die tot zur Welt kommen, von den sch\u00e4tzungsweise 450.000 Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, spricht kaum jemand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Der Tod im Mutterleib und das Sterben nach den ersten Atemz\u00fcgen werden meist totgeschwiegen, als Fehlleistung der Natur abgetan, auf ein Mi\u00dfgeschick reduziert, das jederzeit durch eine neue Schwangerschaft wieder wettgemacht werden kann. Da\u00df Frauen F\u00f6ten, Embryos und Totgeborene genauso betrauern wie andere Kinder auch, wird nicht wahrgenommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Die moderne, fortschrittliche medizinische Versorgung in Deutschlands Geburtskliniken steht oft in krassem Widerspruch zur seelischen Begleitung, die Eltern von fehl-, fr\u00fch- oder totgeborenen Kindern erfahren (bzw. nicht erfahren). Die Entbindung des Todes ist f\u00fcr viele \u00c4rzte und Hebammen ein narzi\u00dftische Kr\u00e4nkung, die schnell wieder ungeschehen gemacht werden soll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Viele Frauen &#8211; vor allem M\u00fctter mit Fehl- und Totgeburten &#8211; machen sich zun\u00e4chst zu Komplizen der Todesverleugnung in den Klinken. Sie f\u00fchlen sich schuldbewu\u00dft, weil sie als Tr\u00e4gerinnen des Lebens versagt haben. sie sind f\u00fcgsam und stellen keine Fragen. Sie wollen schnell und m\u00f6glichst schmerzlos den Tod im eigenen Leib loswerden, um ihn zu vergessen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Die qu\u00e4lenden Fragen, die Sebstvorw\u00fcrfe, die Schuldgef\u00fchle, die Trauer kommen erst sp\u00e4ter, zu einem Zeitpunkt, wo es meist zu sp\u00e4t ist. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Was war mit meinem Kind? Was ist mit ihm geschehen? Liegt es auf dem Klinikm\u00fcll? Ist es in der Pathologie? Den Variationen der Alptr\u00e4ume um einen Tod am Anfang des Lebens sind keine Grenzen gesetzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">In einer Zeit, in der gerne vom \u201cSchutz und von der W\u00fcrde des ungeborenen Lebens\u201d die Rede ist, bilden trauerfeindliche Bestattungsgesetze einen krassen Gegensatz. Wenn Frauen nach einer gl\u00fccklosen Schwangerschaft rechtzeitig zum Fragen ermutigt werden, wenn Frauen auch diesen verlorenen Kindern einen eigenen Grabplatz geben d\u00fcrften, k\u00f6nnen sie ihre gestorbenen Hoffnung besser betrauern und begraben<\/span>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ursula Goldmann-Posch aus \u201cWenn M\u00fctter trauern\u201d, S. 62 ff. Der Tod am Anfang des Lebens f\u00fchrt ein Schattendasein im Ansehen unserer Gesellschaft. Wenn vom Tod eines Kindes die Rede ist, gilt die Aufmerksamkeit und das Mitgef\u00fchl meist jenen Eltern, die ihr Kind durch Krankheit oder durch einen Unfall verloren haben. 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