{"id":519,"date":"2015-04-25T14:46:38","date_gmt":"2015-04-25T12:46:38","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=519"},"modified":"2015-05-02T14:47:21","modified_gmt":"2015-05-02T12:47:21","slug":"gezeiten-der-trauer-lernen-zu-trauern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=519","title":{"rendered":"Gezeiten der Trauer &#8211; Lernen zu trauern"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #990066;\"><b>A<\/b><\/span><span style=\"color: #990066; font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>rtikel aus Ratgeber Frau und Familie vom 27.10 S. 1570, <\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Wir lernen nicht, zu trauern, die Trauer zu akzeptieren und sie zu durchleben. Angesichts des Todes eines geliebten Menschen f\u00fchlen wir uns oft allein und unverstanden. Denn unsere Gesellschaft lehrt auch nicht mehr, mit Trauernden umzugehen. Trauer zu zeigen, ist uns zu Beginn, am Grab und noch eine unbestimmte Zeit danach erlaubt, aber dann sollen wir m\u00f6glichst bald zur Tagesordnung \u00fcbergehen. Der Tod eines Menschen, der doch zum Leben geh\u00f6rt wie die R\u00fcckseite zu einer Vorderseite, wird von der Medizin mit allen Kr\u00e4ften hinausgez\u00f6gert und von unserer Umgebung als Thema so weit wie m\u00f6glich gemieden. Mit dem Kranken schon vorher \u00fcber seinen Tod zu sprechen, wird uns fast unm\u00f6glich gemacht \u2014 von ihm selbst oder von unserer R\u00fccksichtnahme auf seine Gef\u00fchle. Nach seinem Ableben bleibt den Hinterbliebenen nur die private Stille, in der sie sich mit ihrem Schmerz auseinandersetzen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\"><b>Weinen befreit<\/b><\/span><b><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Tr\u00e4nen sind nicht nur Ausdruck aufgew\u00fchlter Gef\u00fchle. Sie k\u00f6nnen tats\u00e4chlich Seele und K\u00f6rper von belastendem Stress befreien. Das hat eine biologische Grundlage. In der Tr\u00e4nenfl\u00fcssigkeit sammeln sich Stresshormone (vor allem Proklaktin), die der K\u00f6rper in solchen Momenten im \u00dcberma\u00df produziert, und die dann mit ihr ausgeschwemmt werden. Das tut dem ganzen Organismus gut und entlastet die Psyche von Druck und Schmerz. Sch\u00e4men Sie sich also Ihrer Tr\u00e4nen nicht! Halten Sie sie nicht zur\u00fcck! Sie helfen Ihnen, Ihre Trauer auf gesundem Wege zu durchleben. Das sei auch den M\u00e4nnern gesagt, denen schon in fr\u00fchester Kindheit das Weinen aberzogen wurde. Frauen weinen im allgemeinen leichter als M\u00e4nner. Aber das hei\u00dft nicht, dass eine Frau um einen Verstorbenen mehr oder tiefer trauert als ihr Mann. Wenn er es sich verbietet, seinen Tr\u00e4nen freien Lauf zu lassen, zahlt er nur seinen hohen Tribut an unsere gesellschaftliche Vorstellung von M\u00e4nnlichkeit. Aber auch Frauen f\u00e4llt es heute immer schwerer, Tr\u00e4nen zu vergie\u00dfen. Doch Kummer, der sich nicht \u00e4u\u00dfern oder ausdr\u00fccken l\u00e4sst, bleibt im Inneren, hat die Tendenz, sich festzusetzen, zerst\u00f6rerisch nagend, bohrend. Solche inneren Wunden heilen schlecht, vernarben kaum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Deshalb ist es notwendig, dass Trauernde sich bewusst ihrem Schmerz stellen &#8211; auf welche Weise auch immer. Denn unsere Gesellschaft bietet nur noch wenige St\u00fctzen. Das Trauer-jahr, fr\u00fcher eine Konvention, war nicht nur Pflicht, sondern auch Hilfe. Schon allein die schwarze Kleidung bot Schutz in der \u00d6ffentlichkeit. Heute wird von Trauernden verlangt, dass sie bald wieder \u201cganz die Alten\u201d sind, \u201cnormal\u201d arbeiten und leben. Aber wie lebt es sich nach dem Verlust eines geliebten Menschen normal? Die Antwort f\u00e4llt f\u00fcr jeden Menschen anders aus. Trotzdem gibt es einige Gemeinsamkeiten von Reaktionen und Verhaltensweisen, die die Sterbensforscherin Elisabeth K\u00fcbler-Ross in ihren bekannten B\u00fcchern herausgearbeitet hat.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel aus Ratgeber Frau und Familie vom 27.10 S. 1570, Wir lernen nicht, zu trauern, die Trauer zu akzeptieren und sie zu durchleben. Angesichts des Todes eines geliebten Menschen f\u00fchlen wir uns oft allein und unverstanden. Denn unsere Gesellschaft lehrt auch nicht mehr, mit Trauernden umzugehen. 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