{"id":527,"date":"2015-04-25T14:52:26","date_gmt":"2015-04-25T12:52:26","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=527"},"modified":"2015-05-02T14:53:25","modified_gmt":"2015-05-02T12:53:25","slug":"einsendungen-tabuthema-tod","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=527","title":{"rendered":"Einsendungen &#8211; Tabuthema Tod"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Ich f\u00fcr mich selber habe &#8211; eine f\u00fcr mich ganz neue -Sicht der Dinge<\/p>\n<p>Ich habe dar\u00fcber nachgedacht, dass seit Menschengedenken Frauen ihre Kinder verlieren und sie auch betrauern. Noch vor 100 Jahren starb jedes dritte Kind, und oft auch die Frauen im Kindbett.<\/p>\n<p>Solange es Frauen gibt, haben Frauen in ihrem Leben irgendwann einmal ihre Kinder betrauert. Vielleicht ist es ja so, dass sie auch DAHER ihre enorme Kraft und ihre liebevolle Weisheit herhaben.<\/p>\n<p>Ich glaube, wenn etwas seit Anbeginn der Zeit so ist, dann ist es vermutlich auch gottgewollt. \u00a0 \u00a0 Das ist f\u00fcr mich ein sehr entscheidender Punkt, denn ich war kurz davor damals, mit dem g\u00f6ttlichen Prinzip zu hadern.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nun lernen, auch Kraft genug zu haben, f\u00fcr dieses Prinzip der Natur, weil ich mich als ein teil von ihm verstehe. Es hat f\u00fcr mich etwas wunderbar mystisches bekommen, wenn ich es mir unter diesem Point-of-view betrachte.<\/p>\n<p>Und , auch wenn das meinen Schmerz nicht nimmt, so st\u00e4rkt es doch mein Bewu\u00dftsein, als Mensch, als Frau und als Mutter.<\/p>\n<p>W\u00fctend bin ich jetzt nicht mehr auf mich und auch nicht auf die Sch\u00f6pfung, sondern auf die L\u00dcGE.<\/p>\n<p>Man hat mir immer eine heile Welt vorgegaukelt. Krieg, Atombomben und Schicksalsschl\u00e4ge waren immer weit weg oder in der Zeitung. Und durch diesen Maulkorb, der uns Frauen in all unseren Aspekten schon immer tabuisierte, konnte diese L\u00fcge gedeihen.<\/p>\n<p>Sie haben mir beigebracht, dass ein Arzt alles rettet.Wer zum Zahnarzt geht, beh\u00e4lt seine Z\u00e4hne, wer zum Gyn\u00e4kologen geht, der beh\u00e4lt sein Kind. Sie haben gelogen!<\/p>\n<p>Sie haben die Kr\u00e4fte und Unbillen des Lebens so derart von mir fern gehalten, dass ich annehmen musste, es g\u00e4be sie nicht.<\/p>\n<p>Und deshalb war ich auch so unf\u00e4hig, damit umzugehen, dazu ja zu sagen.<\/p>\n<p>Deshalb habe ich auch oft Unverst\u00e4ndnis gesehen von denen, die immer noch an diese L\u00fcge glauben.<\/p>\n<p>Deshalb war ich w\u00fctend auf sie, wenn sie mich mit immer wieder dieser selben L\u00fcge auch noch tr\u00f6sten wollten.<\/p>\n<p>Liebe Petra,<br \/>\nich bin aufgestanden.<br \/>\nUnd jetzt bin ich auch noch wach geworden.<\/p>\n<p>Ich habe Tr\u00e4ume.<br \/>\nIch stelle mir manchmal vor, ich h\u00e4tte schon als kleines M\u00e4dchen erlebt, wie \u00a0 \u00a0 \u00a0 meine Mutti ganz, ganz schnell in die Nachbarschaft musste, um einer betroffenen Familie in der Trauer um ihr Sternenkind beizustehen.<\/p>\n<p>Sie h\u00e4tte mich, als ich gr\u00f6\u00dfer wurde zu solchen Eins\u00e4tzen der N\u00e4chstenliebe mitgenommen, und ich durfte schon mal kleinere Aufgaben \u00fcbernehmen. Es w\u00e4re mir gut dabei gegangen, etwas hilfreiches tun zu d\u00fcrfen und auch zu K\u00d6NNEN.<\/p>\n<p>Ich w\u00e4re umh\u00fcllt gewesen von vielen Frauen und Helfern und h\u00e4tte so schon von klein auf gelernt, dass das Leben atmet, in dem es auf und ab geht, h\u00e4tte gelernt, damit umzugehen, Hilfe zu geben und zu empfangen.<\/p>\n<p>Diese Vorstellung hilft mir zur Zeit sehr.Sie nimmt mir meine Trauer nicht. Aber sie macht mich st\u00e4rker.Und die B\u00fcrde ist leichter zu tragen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial Baltic,sans-serif;\">Nicht nur das sich die sog. Freunde von einem Abwenden, sondern es darf dar\u00fcber nicht gesprochen werden.<br \/>\nWarum ???<br \/>\nNat\u00fcrlich will niemand vom Tod betroffen sein, und in der Hoffnung das dieses Nichtwissen vor dem Eintreten des Todes sch\u00fctzt, wird geschwiegen.<\/p>\n<p>Und gerade deshalb w\u00e4re es sinnvoll eine Brosch\u00fcre \u00fcber dieses Thema auszulegen. In aller erster Linie f\u00fcr die Betroffenen, aber auch f\u00fcr alle Verwandte, Bekannte und Freunde von Betroffenen. Damit auch diese Menschen lernen damit umzugehen, d.h. mit UNS\u00a0 \u00a0 \u00a0 umzugehen.<\/p>\n<p>Aber das ist der Punkt, genauso wie Freude ansteckend wirkt, wirkt eben auch Trauer ansteckend. Und wer will schon traurig sein, wird uns nicht \u00fcberall ein gl\u00fcckliches, unbeschwertes Leben vorgegaukelt. Und ist Tod im Fernsehen nicht etwas , das in zwei Sekunden abgehandelt ist. Da bleibt keine Zeit f\u00fcr Trauer. Wir sind zum Gro\u00dfteil heute derartig Medien beeinflu\u00dft und orientiert, da\u00df wir das gar nicht mehr realisieren. Erst wenn man da rauspurzelt, aus der heilen Welt, und die Illustrierten-Babys und Modells einen h\u00e4misch angrinsen, hat man die Chance zu merken, das das nicht die Realit\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Ich halte es f\u00fcr absolutes dummes Ignorantentum, zu behaupten, eine derartige Brosch\u00fcre, w\u00fcrde die Schwangeren schockieren. Es ist doch die Chance zu verstehen welch unbegreifliches Gl\u00fcck man hat, ein gesundes Baby zu erwarten und im Arm zu halten.<\/p>\n<p>Wie traurig, das diese Frauen nichts von Schmerz und Gl\u00fcck verstehen, Noch nicht&#8230;Wie oberfl\u00e4chlich, das Gl\u00fcck nicht sch\u00e4tzen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Mein Trost ist, da\u00df unsere Kinder im Himmel auf uns warten und Ihnen die Menschen hier unten erspart bleiben.<\/p>\n<p>Liebe Sascha, ich finde es toll, das Du Dich f\u00fcr die Brosch\u00fcre einsetzt. Sieh es als eine Revolution an, und da sich nun mal die Menschen aus Gewohnheit gegen Neuerung str\u00e4uben, wirst du wohl k\u00e4mpfen m\u00fcssen. zum Gl\u00fcck nicht allein.<br \/>\nBianca <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich f\u00fcr mich selber habe &#8211; eine f\u00fcr mich ganz neue -Sicht der Dinge Ich habe dar\u00fcber nachgedacht, dass seit Menschengedenken Frauen ihre Kinder verlieren und sie auch betrauern. Noch vor 100 Jahren starb jedes dritte Kind, und oft auch die Frauen im Kindbett. 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