{"id":770,"date":"2015-05-03T20:16:46","date_gmt":"2015-05-03T18:16:46","guid":{"rendered":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=770"},"modified":"2015-05-03T20:25:15","modified_gmt":"2015-05-03T18:25:15","slug":"wie-bestatten-wir-unsere-kinder","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/stillgeboren.de\/?p=770","title":{"rendered":"Wie bestatten wir unsere Kinder"},"content":{"rendered":"<h3>Die Situation heute<\/h3>\n<p>Mit dem neuen Bestattungsgesetz in Nordrhein-Westfalen haben nun auch in diesem Bundesland die Eltern von eigentlich nicht bestattungspflichtigen tot- oder fehlgeborenen Kindern die M\u00f6glichkeit, ihre Kinder in einer Grabst\u00e4tte auf dem Friedhof beizusetzen. Das neue Gesetz sieht dies in einer Kann-Regelung ausdr\u00fccklich vor. Andere Bundesl\u00e4nder erlauben dies grun<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Ahrensburg1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-772 size-full\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Ahrensburg1.jpg\" alt=\"Ahrensburg1\" width=\"284\" height=\"213\" \/><\/a><\/h3>\n<p>ds\u00e4tzlich wenige lehnen eine Bestattung ab. Doch bereits seit Jahren mehren sich in den Medien die Berichte \u00fcber die Einrichtung von neuen Grabfeldern f\u00fcr totgeborene Kinder und F\u00f6ten auf den Friedh\u00f6fen. Lange Zeit wurden Kinder wie kleine Erwachsene behandelt. Weder Angeh\u00f6rig<\/p>\n<p>e noch verstorbene Kinder selbst konnten eine kindgerechte Bestattung erfahren, geschweige denn erwarten. Durch die Initiativkraft der Friedhofsverwaltungen, Trauerkreise oder Klinikseelsorger wurden diese speziellen Grabfelder eingerichtet und es \u00fcberrascht, wie viele davon bereits existieren, ohne das ein Geset<\/p>\n<p>z solches vorschreibt. Beispiele wie der neue \u201eGarten der Kinder\u201c in Ahrensburg oder weitere Gedenkfelder wie in Ohlsdorf oder Karlsruhe sind mittlerweile \u00fcberall bekannt. Um einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die Situation in Deutschland zu erhalten, haben wir ca. 700 Friedhofsverwaltungen bundesweit angeschrieben und um die Darstellung Ihrer Situation gebeten. Im Folgenden sehen Sie Beispiele f\u00fcr die Bestattung von tot- und fehlgeborenen Kindern, von Gedenkst\u00e4tten f\u00fcr verstorbene Kinder und Gr\u00e4bern f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere bestattungspflichtige Kinder.<\/p>\n<h3>Grabfelder f\u00fcr totgeborene Kinder<\/h3>\n<p>Seit einigen Jahren existieren mehrere Selbsthilfegruppen f\u00fcr Eltern, die ihr Kind w\u00e4hrend der Schwangerschaft, bei oder kurz nach der Geburt verloren haben. Sie unterst\u00fctzen die Eltern bei ihren Fragen und st\u00e4rken in der Gemeinschaft die Rechte der jungen verwaisten Familien. Beispielhaft seien hier f\u00fcnf bun<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Hamm.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-774 size-full\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Hamm.jpg\" alt=\"Hamm\" width=\"194\" height=\"282\" \/><\/a><\/h3>\n<p>desweit arbeitende Vereine genannt: Initiative Regenbogen, Verwaiste Eltern in Deutschland, Engelskinder, Schmetterlingskinder, Schneckenhaus. Gerade bei sehr fr\u00fchen Totgeburten durften die Eltern ihre Kinder bislang oft weder sehen geschweige denn bestatten. Die Bestattungspflicht f\u00fcr totgeborene Kinder setzt in den meisten Bundesl\u00e4ndern erst bei 500 Gramm ein. Kinder, die unter diese Grenze fallen, werd<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Trier.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-775 size-full\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Trier.jpg\" alt=\"Trier\" width=\"234\" height=\"200\" \/><\/a><\/h3>\n<p>en zusammen mit anderem organischen Klinikm\u00fcll entsorgt. Kein Trost f\u00fcr eine Familie, die sich auf ein Kind gefreut hat und deren Lebenshoffnung abrupt zerst\u00f6rt wurde. Viele Kliniken haben deshalb seit langem eingef\u00fchrt, dass auch von kleinsten Kindern im Krankenhaus Abschied genommen werden kann, sofern es die Eltern w\u00fcnschen. Einige Bundesl\u00e4nder haben in den vergangenen zwei Jahren ihre<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Celle.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-773 size-full\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Celle.jpg\" alt=\"Celle\" width=\"160\" height=\"243\" \/><\/a><\/h3>\n<p>Bestattungsgesetze dahingehend ge\u00e4ndert, dass sie die Bestattung von Totgeburten auf Wunsch der Eltern zulassen, aber nicht zwingend vorschreiben. J\u00fcngstes Beispiel daf\u00fcr ist Nordrhein-Westfalen. Andere Bundesl\u00e4nder weisen Mindestgewichte oder -gr\u00f6\u00dfen f\u00fcr die totgeborenen Kinder aus, unterhalb derer sie nicht bestattungspflichtig sind und deshalb auch keinen Anspruch auf eine Grabst\u00e4tte auf einem Friedhof haben. Auf Dr\u00e4ngen der verschiedenen Initiativen, z. B. Krankenhaus, Kliniks<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dusseldorf.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-776 size-full\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Dusseldorf.jpg\" alt=\"Dusseldorf\" width=\"234\" height=\"201\" \/><\/a><\/h3>\n<p>eelsorge oder Friedhofsverwaltung, wurden in den letzten Jahren in vielen St\u00e4dten Grabfelder f\u00fcr nicht bestattungspflichtige totgeborene Kinder angelegt, in denen die Kinder, meist als Sammelbestattung, beigesetzt werden k\u00f6nnen. Die Geb\u00fchren pro Bestattung sind in der Regel sehr gering oder fallen gar nicht an, da Anlage- und Grabpflegekosten von der Initiativgemeinschaft, h\u00e4ufig auch von den ortsans\u00e4ssigen Bestattern, Steinmetzen und G\u00e4rtnern getragen werden. Die Praxis zeigt, dass der Trauerprozess um das tote Kind bei vielen Angeh\u00f6rigen besser zu bew\u00e4ltigen ist, wenn eine solche offizielle Abschiednahme am Grab m\u00f6glich war. Das pers\u00f6nliche Gedenken an dieser Grabst\u00e4tte von den einzelnen Familien l\u00e4sst in der Regel nach drei bis f\u00fcnf Jahren nach, getragen von dem Bewusstsein, dass der Bestattungsort als solcher weiter bestehen bleibt und das Kind nicht vergessen ist. Im \u00dcbrigen erlauben viele Friedh\u00f6fe auch die Bestattung von totgeborenen Kindern (bestattungspflichtig oder nicht) in bereits bestehenden Familiengr\u00e4bern oder in normalen Kindergr\u00e4bern. Die folgenden Bilder zeigen Grabfelder f\u00fcr Totgeburten, in denen die Kinder gemeinschaftlich oder einzeln bestattet werden k\u00f6nnen. Celle hat ein Gemeinschaftsgrabfeld f\u00fcr Totgeburten mit einem zentralen Gedenkstein. Die Namen der Kinder sind nicht aufgef\u00fchrt. Hamm hat einen zentralen Gedenkstein auf einem Rasenfeld. Die Kinder k\u00f6nnen auch in einzelnen Gr\u00e4bern bestattet werden, die individuell geschm\u00fcckt sind. Das Sternchenfeld in Trier weist in der strengen kreisrunden Form ein \u00fcbergreifende Bepflanzung auf, mit einem Stern als zentralem Denkmal. Kreisrund ist auch das Feld und der Gedenkstein auf dem neuen Totgeburtenfeld in D\u00fcsseldorf. Das Gedenkzeichen kann von betroffenen Eltern durch weitere selber gestaltete Ringsteine erg\u00e4nzt werden. Karlsruhe und Saarbr\u00fccken haben die Rautenform gew\u00e4hlt, die mit der abwechselnden Gestaltung von Grabbeeten und Steinwegen pflegeleicht ist.<\/p>\n<h3>Der Garten der Kinder, ein besonderes Kindergrabfeld<\/h3>\n<h3><a href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/ahrensburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-777 size-full aligncenter\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/ahrensburg.jpg\" alt=\"ahrensburg\" width=\"364\" height=\"324\" srcset=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/ahrensburg.jpg 364w, http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/ahrensburg-300x267.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/a><\/h3>\n<p>Eines der j\u00fcngsten und besonders sch\u00f6nen Grabfelder f\u00fcr Totgeborene ist der \u201cGarten der Kinder\u201d auf dem evangelischen Friedhof in Ahrensburg. Zentral eingebettet in die bestehende Friedhofanlage wurden bei seiner Gestaltung die W\u00fcnsche von Kindern mit ber\u00fccksichtigt. In Arbeitskreisen mit Kindergartengruppen und Jugendlichen kristallisierten sich langsam die gew\u00fcnschten Elemente heraus: Das Grabfeld f\u00fcr die totgeborenen Kinder, verschiedene Grabbeete f\u00fcr die freie Gestaltung durch die Eltern, eine Symbolspirale mit Staudenbflanzung, eine Br\u00fccke \u00fcber einen Trockenbach, drei Holzstelen, eine Familie symbolisierend, ein Sitzgelegenheit und ein Mini-Spielplatz mit Schaukel und Sandkiste. Letzteres bildet in Deutschland wohl die absolute Ausnahme, denn man f\u00fcrchtet durch den \u201cL\u00e4rm\u201d der Kinder zu viel Unruhe auf dem Friedhof. Die Erfahrungen von Ahrensburg sind andere.<\/p>\n<h2>Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr nichtbestattete Kinder<\/h2>\n<p>Einige St\u00e4dte bieten neben Kindergr\u00e4bern und Grabfeldern f\u00fcr Totgeburten auch reine Gedenkst\u00e4tten f\u00fcr verstorbene oder nicht bestattete Kinder an. Hier k\u00f6nnen Gedenkfeiern stattfinden oder trauernde Eltern symbolisch Abschied von ihren Kindern nehmen. Gerade f\u00fcr Familien, die in fr\u00fcheren Jahren noch nicht die<br \/>\nM\u00f6glichkeit hatten, ihr verstorbenes Kind zu bestatten, sind solche Gedenkst\u00e4tten ein guter Ort zum Trauern. Die hier sichtbare Anteilnahme anderer Menschen am eigenen Schicksal kann auch alte Wunden heilen.<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/aeternitas.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-778 size-full aligncenter\" src=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/aeternitas.jpg\" alt=\"aeternitas\" width=\"588\" height=\"220\" srcset=\"http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/aeternitas.jpg 588w, http:\/\/stillgeboren.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/aeternitas-300x112.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><\/a><\/h3>\n<p>http:\/\/www.aeternitas.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Situation heute Mit dem neuen Bestattungsgesetz in Nordrhein-Westfalen haben nun auch in diesem Bundesland die Eltern von eigentlich nicht bestattungspflichtigen tot- oder fehlgeborenen Kindern die M\u00f6glichkeit, ihre Kinder in einer Grabst\u00e4tte auf dem Friedhof beizusetzen. 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