Kategorie-Archiv: Folgeschwangerschaft

Meine Folgeschwangerschaft

Die ersten Wochen – Zeit einer vorsichtigen Begrüßung

Ja, und dann – bereits kurz vor Tobias Geburtstag – kam es schneller als erwartet:

Im März hatte ich das erste Mal wieder gemerkt, daß der Gedanke an eine neue Schwangerschaft mir nicht mehr weh tut. Bis dahin war ich immer in Tränen ausgebrochen, allein bei dem Gedanken. Um so erleichtert war ich dann, daß die OP so gut verlaufen war. Und kaum hatten die Ärzte grünes Licht gegeben, da war ich auch so gleich schwanger.

Kai hat sich gefreut wie ein Schneekönig, doch ich kam am Anfang so gar nicht damit klar. Als ich überfällig war und mir wie nebenbei einen Test kaufen wollte, da ging es nicht. Ich habe vor der Apotheke umgedreht, mich mitten in der Fußgängerzone auf eine Bank gesetzt und geheult. Dann dachte ich, warum quälst du dich eigentliche, dann laß es doch. Ich ging dann erst einmal zu Budni, um ein paar Grabkerzen für Tobias zu kaufen. Vor mir an der Kasse stand eine Mutter, die stöhnte, sie müsse soviel schleppen für ihr Kind, die Gläschen und die Teeflaschen seien so schwer. Ich muß niemanden erzählen, wie ich mich gefühlt habe. Ich hätte ihr am liebsten die Kerzen in die Hand gedrückt und gefragt, ob sie tauschen wolle, die Kerzen seien sehr leicht. Was für ein Gesicht sie dann wohl gemacht hätte?

Auf den Weg nach Hause kam ich dann aber an einer kleinen Apotheke vorbei, deren Tür offenstand und dort bin ich dann hineingegangen, habe meine Grabkerzen, die ich gerade für Tobias gekauft hatte, auf den Tresen gelegt und mit völlig verheulten Gesicht gesagt, daß ich gerne einen Schwangerschaftstest hätte. Die arme Apothekerin guckte mich nur mitleidig an und gab mir den Test.

Ich brauchte einige Wochen, um überhaupt das neue kleine Wesen in mir aufzunehmen. Vom Kopf her war ich schwanger, aber vom Herzen hat es fast vier Monate gedauert. Besonders die Tiefs, die zwischendurch kamen, machten mir zu schaffen. Ich trauerte um Tobias, und der kleine Fratz in mir gab mir kaum Trost und ich hatte noch ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber.

Reaktionen in unsere Babygruppe

Gerade in einer Folgeschwangerschaft braucht man die Unterstützung von anderen, die die Sorge, Ängste und Trauer nachempfinden können. Als ich im August in der Gruppe meine Schwangerschaft bekannt gab, war ich die dritte, die wieder schwanger war. Der Abend war vernichtend. Eine Mutter erklärte, daß sie nicht länger in der Gruppe bleiben könne und verließ uns sofort (Auch sie hat vor wenigen Tagen ihr Folgebaby bekommen). Zwei andere Mütter, die wie ich wußte, sich seit einigen Monaten eine neue Schwangerschaft wünschten, erklärten, daß sie wohl auch aussteigen würden ( Beide wurden kurz danach selber schwanger – blieben in der Gruppe. Lars wurde sogar drei Wochen vor Pascal geboren).

Ich hatte das Gefühl, ich würde “spießrutenlaufen”. Unsere Begleiterin, die sehr viel Erfahrung hat und sehr routiniert ist, machte das Thema Folgeschwangerschaft sofort an dem Abend zum Thema. Sie ging mit beiden Seiten sehr hart ins Gericht. Nach dem Motto, beide Seiten hätten doch hier die Chance zu lernen, wie man damit umgehe, denn “draußen” gäbe es schließlich auch Schwangere bzw. werde man als Folgeschwangere verletzt.

Die Tage danach war ich völlig fertig, da die ersten beiden Schwangerschaften sehr positiv aufgenommen worden waren. Nach diesem Abend wollte ich nicht mehr in die Gruppe gehen. Erst nach längerem guten Zureden einer anderen Mutter, entschloß ich mich doch anders. Als die beiden anderen auch schwanger waren, war es kein Thema mehr. Inzwischen sind alle 9 Folgebabies auf der Welt, ein kleines Mädchen allerdings 10 Wochen zu früh, hat sich aber zwischenzeitlich prächtig entwickelt. So fand ich sowohl in der Gruppe zu den Abenden, als auch privat sehr viel Unterstützung, ohne die ich diese Schwangerschaft nicht so gut durchgestanden hätte.

Angst in der neuen Schwangerschaft

So um die 8 Woche herum bekam ich dann doch wieder Streptokken. Die Arzthelferin hatte mir nur eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen, daß mein Abstrich nicht in Ordnung sei und ich mir ein Rezept herausholen solle. Toll, ich hörte dies abends um kurz vor 8 Uhr ab, als ich von der Arbeit kam. Niemand war jetzt mehr zu erreichen, ich war allein zu Hause und bekam Panik. Doch was sollte ich machen. Ich war froh, als ich endlich Ulrike aus unserer Babygruppe erreichte, die auch gerade mit Paul schwanger war. Sie redete mindestens eine Stunde auf mich ein und konnte mich dann endlich wieder beruhigen. Gleich morgens ging ich dann zu meinem Gyn und blieb auch den Tag zu Hause. Die Firma war mir einfach völlig egal. Die Streptokokken erwischten mich noch zwei mal. Da aber jetzt bei jeder Untersuchung, d.h. alle 14 Tage ein Abstrich gemacht wurde, behielten wir sie im Griff.

Zerrissenheit in meinen Gefühlen für meinen Söhne

Da ich aufgrund der schlechten Erfahrungen in der Firma nicht so schnell etwas sagen wollte, habe ich es erst mitgeteilt, als es sich nicht mehr verheimlichen ließ und es selbst den Partnern schon aufgefallen war. Ich habe daher bis November voll durchgepauert und bin abends, nachdem mir Kai etwas zu essen eingetrichtert hat, nur noch ins Bett gefallen. So ausgepumpt, habe ich auch nichts mehr geschrieben, weder an Tobias, noch Gedichte und schon gar keine Briefe. Vielleicht suchte in der Arbeiten auch nur die Möglichkeit, mich abzulenken. Bloß nicht wieder so viel grübeln. Ich hatte keine Ahnung wie ich alles unter einen Hut kriegen sollte: Die neue Schwangerschaft, meine Ängste, die Trauer, das schlechte Gewissen Tobias und auch dem Kleinen in mir gegenüber und natürlich auch die Reaktionen im Büro.

Bis auf die letzten 8 Wochen vor der Geburt  bin ich ganz gut auf diese Weise damit klar gekommen. Meine Angst, es könnte wieder etwas passieren, hat sich in Grenzen gehalten und auch die Tiefs waren erträglich. Aber als ich mit dem Geburtsvorbereitungskurs angefangen habe – bei Tobias hatte ich ja noch keinen gemacht – da kam doch einiges wieder hoch. Ich hatte aber Glück, eine sehr sensible Vorbereiterin ( Ulrike hatte sie bereits getestet und für gut befunden) und ein ganz tolle Gruppe erwischt zu haben. Schon bei der Anmeldung erzählte ich von Tobias. Diana nahm es gut auf und erklärte, daß gerade solche Eltern eine Gruppe mit ihren Erfahrungen bereichern können. Natürlich habe ich auch gleich bei der Vorstellungsrunde erzählt, was uns passiert war. Ich hätte mir einfach nicht vorstellen können, daß ich – noch dazu war ich in diesem Kurs die einzige Zweitgebärende – meine erste Schwangerschaft, die Erfahrungen und die Geburt von Tobias hätte verschweigen können. Es wurde von der Gruppe sehr gut aufgenommen. An späteren Abenden wurde ich auch ganz konkret zu Tobias gefragt. Ehrlich gesagt, habe ich es dann genossen, daß ich von meinen Geburtserfahrungen mal erzählen durfte, denn sonst verstand keiner, daß ich ja bereits eine Geburt hinter mir hatte. Auf Fragen von Freunden oder aus der Familie, ob ich nicht Angst vor der Geburt und den Schmerzen hätte, antwortete ich: “Nein, ich weiß ja was auf mich zukommt und nach Tobias Geburt, kann es doch eigentlich nur besser werden.”.

Noch dazu kam, daß es wieder Ärger in der Firma gab, Zusagen, die mir gemacht wurden, als meinen Schwangerschaft noch nicht bekannt war, wurden plötzlich nicht mehr eingehalten ohne jede Begründung, mir wurde es noch nicht einmal gesagt. Ich habe meinen Bestand an Akten seit November abgebaut und so mich nach und nach aus der Arbeit zurückgezogen. Ob ich nach der Geburt dort noch weiter arbeite, wußte ich noch nicht, hatte aber zu diesem Zeitpunkt das Gefühl, nein, es reicht.

Auch als ich nun anfing, Babysachen von Freundinnen zu bekommen, denn für Tobias hatte ich noch nichts, nicht einmal einen Strampler für die Beerdigung, da merkte ich, daß noch einmal einiges an Trauer hochkam. Ich hatte alles in mir aufgestaut und an einem Abend in unserer Gruppe, wo ich gerade sagen wollte, es ginge mir sehr gut, da schossen mir Tränen in die Augen. Meine Strategie des Abschirmens, um meinen kleinen Pascal in mir und mich zu schützen, zerbrach. Es hat es eine Weile gedauert, bis ich mir bewußt wurde, daß es nicht einfach nur die alte Trauer war und die Sehnsucht nach Tobias, die hochkam, sondern insbesondere auch meine Gefühle: Wird weiterhin auch für Tobias in meinen Herzen Platz sein, wenn erst Pascal auf der Welt ist? Ich fing also wieder an “zu arbeiten”, ich schrieb wieder, dachte viel an ihn, gestattete mir meine Tränen und erklärte Pascal, daß ich so traurig sei, weil ich seinen Bruder so vermisse. Tatsächlich ging es mir dann wieder besser, der Druck war raus und ich schaffte es, mir für beide Zeit zu nehmen. So konnte ich die letzten Wochen der Schwangerschaft so richtig genießen.

Alte Enttäuschung über die Familie brach wieder auf

Das einzige, was mich noch wütend machte, war der Gedanke, wenn Pascal da sein wird, wird meine Familie Sonnenschein – ich habe irgendwann angefangen, meine und Kais Familie so zu nennen, da sie seit sie von meiner Schwangerschaft wußte wieder an mir interessiert waren, eben nur für die schönen Seiten im Leben – mich unbedingt sofort besuchen kommen will. Nach Tobias Geburt hatte mich keiner von ihnen besucht. Dabei hätte ich gerade zu dieser Zeit mich über jeden Besuch gefreut. Niemand von ihnen wollte mich damals sehen. Ich hatte damals das Gefühl, wer will denn schon so eine Versagerin sehen. Meine Schwiegermutter, die mindestens einmal die Woche anrief, meldete sich über sieben Wochen nicht bei uns! Bereits aus diesem Grund hatte ich gleich zu Beginn der Schwangerschaft überhaupt keine Lust, ihnen davon zu erzählen. Letztendlich waren sie es auch, die fast die letzten waren, die von meiner Schwangerschaft erfuhren. Ich ließ sie alle so wenig wie möglich an unserer zweiten Schwangerschaft teilhaben. Fragen, “wie geht es dir?”, die auf einen Mal wieder gestellt wurden, beantwortete ich nur kurz und knapp: “Gut, es ist alles okay.” Auch wenn es nicht so war. Sie hatte mir ja alle deutlichste zu verstehen gegeben, daß ich sie mit meinen Problemen nicht zu belästigen habe. Außerdem fühlte ich, daß ich gerade in dieser Zeit wieder besonders empfindlich war und ich wollte mir einfach Verletzungen von Ihnen ersparen.

Damit ich nicht genervt werde, hatte wir den richtigen Entbindungstermin nicht genannt und nur gesagt, etwa Mitte Mai (also tatsächlich 3 Wochen später). Meine Mutter machte bei meinem Gyn einen riesen Trubel, erfuhr aber trotzdem nichts. Alle dort hatten aber danach verstanden, warum ich nichts sagte. Als meine Mutter dann immer aufdringlicher wurde und ich sie fragte, was denn daran so wichtig sei, erklärte sie, sie müsse doch dann in Hamburg sein, worauf ich nur erwiderte, ich wolle sowieso keinen Besuch von ihr im Krankenhaus haben, sie könne daher ruhig verreisen. Da sie dies offenbar nicht verstehen wollte, habe ich dies bei beiden Müttern so eindringlich und oft wiederholt, bis sie es endlich verstanden hatten. Ich hatte Sorge, daß nach der Geburt von Pascal auch die alten Erinnerungen von der Geburt von Tobias hochkämen und es mir nicht gutgehen würde. Ich wollte mir dieses Mal alle dummen Sprüche und herablassenden Bemerkungen ersparen. Doch es ging mir sehr gut und als sie zwei Tage danach ganz vorsichtig fragte, ob sie kommen dürfe, sagte ich ja. Sie war dann ganz friedlich.

Pascals Geburt und die Erinnerungen

Die Geburt von Pascal war einfach rund um schön. Wir hatten einfach Glück. Am Donnerstag, dem Stichtag, war ich beim Arzt und lag am CTG. Wie immer um diese Zeit hatte ich leichte Wehen. Mein Arzt guckte sich ganz aufgeregt das CTG an und erklärte: ”Sie haben ja Wehen!”. “Ja, drei Stück hatte ich.”, antwortete ich ihm. “Die sind ja schon ziemlich heftig und kommen alle 10 Minuten.”, erklärte er weiter, “Es geht jetzt los. Sie fahren sofort ins Mariahilf!”. “Nein, es geht noch nicht los.” versuchte ich ihn ganz ruhig zu überzeugen. Doch er ließ nicht locker und wurde richtig etwas böse, daß ich ihn nicht ernst nahm. Er wollte mich gar nicht weiter untersuchen und ich mußte ihm versprechen, daß ich sofort ins Mariahilf fahre.

Hätte er gewußt, daß ich selbst mit dem Auto in Jenfeld war und natürlich auch alleine wieder nach Harburg fuhr, hätte er mir bestimmt den Schlüssel weggenommen. Ich fuhr natürlich erst einmal nach Hause und rief Kai auf der Hannovermesse an und erklärte ihm die Situation. Er war dankbar, einen Grund zu bekommen, um nach Hause fahren zu dürfen.

Ich fuhr dann wie versprochen ins Mariahilf. Die Hebamme, die mich dort empfing, lachte nur und meinte zu mir, ich solle jetzt mal Klartext sprechen und ich sagte ihr, nein es ginge jetzt noch nicht los. Sie meinte, dann würden wir ein CTG machen und sie würde mich dann wieder nach Hause schicken. Ich war einverstanden. Als ich dort im Kreissaal lag, ich war während meiner Schwangerschaft schon häufiger zu Routineuntersuchungen dort – da fiel mir auf, daß es der selbe war, bei dem ich auch am 22.08.1997 – auf den Tag genau vor 20 Monaten – mit Tobias lag. Ich glaube nicht mehr so recht an Zufälle und so hatte ich das Gefühl, Tobias ist bei mir und ich war mir ganz sicher, daß es dieses Mal alles gut geht. Ein ganz liebe Hebamme, erklärte mir, daß sie eben mit dem Chef telefoniert habe und es sei in Ordnung, wenn ich wieder nach Hause gehe, er wolle mich aber morgen um 8 Uhr sehen. Dann druckste sie etwas rum und erzählte, er wolle dann mit mir etwas besprechen. Sie wollte zu erst nicht so recht mit der Sprache heraus und meinte, er habe wegen meiner Vorgeschichte so etwas von Geburtseinleitung gesprochen. Er hatte wohl Sorge, daß ich ängstlich und ungeduldig sei. Ich sah sie nur kopfschüttelnd an und sage, sofern das nicht medizinisch zwingend notwendig sei, käme das überhaupt nicht in Frage. Sie sagte, ja bei meiner Gelassenheit, wie ich hier hereinspaziert sei, hätte sie sich das schon gedacht, aber ich solle dies dem Chef auch deutlich sagen.

Als ich zu Hause ankam, kam auch gerade Kai und parallel auch Babsy, die während der Woche bei mir geblieben war. Wir beschlossen kurzer Hand, die Chance zu nutzen und gingen noch einmal beim Griechen Essen. Danach trank ich eine Kanne “Himberblättertee”, er soll wehenfördernd sein, nähte den Schlafsack für Pascal zu ende und ging so gegen 24 Uhr ins Bett, da die Wehen zwischenzeitlich aufgehört hatten. Ja um 4.07 Uhr wachte ich dann mit Wehen auf und wußte sofort, dies sind die richtigen Wehen. ( Nach Tobias Geburt wußte ich ja, was richtige Wehen sind. Komisch, daß Ärzte einer Frau nicht vertrauen, wenn sie ihm erklärt, nein, es geht noch nicht los!). 4.17 Uhr kam dann die nächste Wehe und gegen 4.45 Uhr bin ich aufgestanden und habe erst einmal geduscht. Danach weckte ich Kai und sagte ihm, er müsse jetzt aufstehen, wenn er auch noch duschen wolle. Der erklärte aber nur, er wolle noch einen Kaffee und ein Brötchen, bevor er losgehe. Dann habe ich ihm Frühstück gemacht. Gegen 6.20 Uhr sind wir losgefahren, als die Wehen alle 4-5 Minuten kamen und Kai leider sein Brötchen nicht mehr aufessen durfte. Um 6.50 Uhr waren wir im Mariahilf und ich meinte noch, wir seien 1 Stunde zu früh für den Chef. Aber um 9.20 Uhr kam er dann – zur Entbindung.

Die Hebamme vom Vortag – sie hatte an dem Tag Frühdienst – lachte nur, als sie mich im Kreissaal sah und ich ihr bestätigte, daß ich jetzt unter der Geburt sei – “Na, dann hat sich da ja sowieso erledigt.”. Es war dann wirklich eine Bilderbuchgeburt. Der Hebamme, die mich betreute, erklärte ich nur: ”Ich habe mir eine schöne Geburt bestellt.” Nach der von Tobias, dachte ich mir, daß ich das verdient hätte. Sie lachte nur und fragte: ”Das kann man sich bestelle?”. Nach 2 ½ Stunden war dann der kleine Fratz da und die Hebamme lachte mich an und bestätigte, daß es tatsächlich eine schöne Geburt gewesen sei. Das Gefühl, als Pascal bei mir auf dem Bauch lag, ich ihn das erste Mal stillte, war unbegreiflich schön. Ich habe um mich herum alles vergessen.

Wenn mich jemand fragen würde, was das schönste im Leben war, so würde ich ohne lange zu überleben sagen, daß schönste Gefühl, war, als ich meinen ersten Sohn Tobias nach der Geburt in den Armen hielt und das schönste Erlebnis, die Geburt von Pascal.

Mit der Geburtsanzeige von Pascal habe ich mir Zeit gelassen. Ich wollte etwas ganz bestimmtes damit ausdrücken und wartete, bis mir die passenden Worte kamen. Anderen betroffenen Eltern haben mir später erzählt, daß sie die Karte aufgestellt haben und sodann die Gelegenheit nutzten, über Trauer und insbesondere ihre neue Schwangerschaft zu sprechen. Das hat mich besonders gefreut. Obwohl wir sehr viele von diesen Karten verschickt hatten, habe ich dagegen direkt keine Reaktionen – mit Ausnahme von Betroffenen – darauf erhalten. Auch wenn man es so direkt anspricht, bleibt es doch ein Tabu.

In den ersten Wochen, als Pascal dann da war, kam noch einmal vieles hoch und ich habe ihn, insbesondere beim letzten Stillen vor dem Schlafen, oft mit meinem Tränen vollgetropft. Schon während der Schwangerschaft habe ich feststellen müssen, wie zerrissen man ist, wenn man noch ein weiteres Kind hat und man nun noch ein schlechtes Gewissen wegen seiner Trauer diesem Kind gegenüber hat. Ich versuchte dann, besonders lieb zu Pascal zu sein und erkläre ihm, warum ich traurig bin und daß ich ihn liebhabe. Auch wenn er es noch nicht wörtlich versteht, so bin ich mir sicher, er spürt dies. Für mich ist klar, daß ich weder meine Trauer, noch Tobias vor Pascal verstecken werde. Ich hoffe, daß Pascal dort möglichst unbefangen hineinwächst und für ihn es nichts besonderes ist, einen großen Bruder zu haben, der im Himmel ist.

© Pirko Lehmitz

Geburtsanzeigen

In unsereren Geburtsanzeigen für Pascal, Gideon, Elias und Ruben haben wir auch noch einmal Tobias gedacht, für den wir leider keine Geburtsanzeige gemacht hatten.

Ein kleiner bunter Schmetterling

aus Tränen, Liebe und Vertrauen
mit Namen

P  lötzlich bist Du da
A  uf Dich haben wir gewartet
S onnenschein bringst Du in unser Haus
haos wandelt sich durch Dich
A  llein wirst Du niemals sein
L  iebe wird nie vergehen

flatterte uns zu
am 23.April 1999
um 9.23 Uhr (3890 g und 55 cm).

Kann man es fassen
das Glück
intensiv
so stark
als wäre es unwirklich
kaum zu glauben
und doch
es ist da
es nimmt viel Platz ein
aber es ist noch Raum
für die Sehnsucht
und die einsamen stillen Tränen

3.5.1999

Wir genießen jeden Tag und danken Tobias, daß er für seinen Bruder den Weg bereitet hat.

Pirko & Kai-Uwe Lehmitz

Wie ein sanfter warmer
Frühlingssonnenschein kam
unser dritter Sohn

Sven

G eborgenheit
I   n unseren Armen
D   ankbarkeit
E   rfüllt unser Herz
O ffen sein
N   eues immer wieder zu entdecken

Cäsar

am 25.März 2001 um 15.42 Uhr
(4005 g und 56 cm) auf die Welt.

Ein Gesicht
voller Hoffnung
voller Liebe und
voller Leben
Ein Lachen
voller Sonne
voller Wärme und
voller Vertrauen
Augen
die Mut machen
der Zukunft zu Vertrauen
und anzunehmen was sie bringt
Lachen und Tränen
als ein Geschenk Gottes
03.04.01

Pascal an der Hand, Gideon auf dem Arm und
Tobias im Herzen
Pirko, Kai-Uwe und Pascal

 

Eingetaucht in diese Welt
ist unser vierter Sohn

E rwartet haben wir Dich voller Freude

L iebevoll

I   n unsere aller Herzen und

A rme aufgenommen

S uper daß Du da bist

Hieronymus

am 17. Dezember 2003 um 9.33 Uhr
(4175 g und 58 cm)

Eingetaucht in diese Welt
ganz sanft
schwammst Du wie ein kleiner Fisch
um dann aufzutauchen
in meine Arme
voller Wärme, Liebe und Dankbarkeit
20.12.2003

Pascal, Gideon, Elias
und Tobias im Herzen
Pirko & Kai

Wir haben es doch tatsächlich geschafft
den 5. Sohn in Folge

Jean

R iesengroße Freude, Glück und Dankbarkeit

U nbeschreiblich und unglaublich

B elohnt es noch einmal gewagt zu haben

E rfüllt von ganz viel Liebe

N och einmal das zu erleben

Cedric

am 7. Dezember 2006 um 11.38 Uhr
(4080 g und 55 cm)

Ja, wir haben es noch einmal gewagt
und sind so reich belohnt worden
Dankbarkeit durchströmt unsere Herzen
zu sehen
wie Deine blauen Augen noch unter Wasser sich öffnen
zu hören
wie Dein kurzer Schrei uns begrüßt
zu fühlen
wie Du an meiner Brust trinkst
und zu spüren
wie wir alle Dir so viel Geborgenheit
und Liebe geben

21.12.2006

Pascal, Gideon, Elias, Ruben
und Tobias im Herzen
Pirko & Kai

Eine neue Schwangerschaft

von Barbara Bürgi
Regenbogen Schweiz – “Wir haben unser Kind verloren….” S.12

Aus medizinischer Sicht wird oft empfohlen, mit einer weiteren Schwangerschaft 3-6 Monate zu warten. Jede Schwangerschaft ist eine Belastung für den Organismus, deshalb sollten Sie Ihrem Körper etwas Ruhe gönnen. Gerade nach so einem Erlebnis verzögert sich die Erholungsphase.

Nach dem ersten Schock, wünschen sich viele Eltern so schnell als möglich wieder ein Baby um das große Loch nicht mehr zu spüren und die leeren Arme zu füllen. Sprechen Sie sich als Paar miteinander aus und geben Sie Ihren Ängsten Ausdruck. Vielleicht denken Sie beide nicht gleich darüber und finden einander im Gespräch.

Wenn Sie sich für ein nächstes Baby entschlossen haben, sollten Sie nach Möglichkeit den größten Teil Ihrer Trauer bewältigt haben. So erleichtern Sie sich die Schwangerschaft und die erste Zeit mit ihrem Baby. Es ist wichtig, das Sie die neue Schwangerschaft auch als solche akzeptieren. Das nächste Kind ist kein Ersatz für das Verstorbene sondern ein anderes Menschlein, welches zu Ihnen kommt. Es ist eine eigene Persönlichkeit und möchte auch als solche behandelt werden. Natürlich werden Sie oft an Ihr verstorbenes Baby denken müssen, doch sollten Sie versuchen, die beiden Kinder getrennt anzusehen.

Eine neue Schwangerschaft läßt manchmal auf sich warten. Für viele Frauen beginnt dann ein neuer Leidensweg. Bestimmt fragen Sie sich, ob Sie überhaupt in der Lage sind, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen oder ob Sie vielleicht sogar unfruchtbar geworden sind. Jeden Monat hegen Sie ambivalente Gefühle. Zum einen sind Sie enttäuscht, nicht schwanger zu sein, zum andern sind Sie erleichtert, den schweren Weg einer Schwangerschaft noch nicht gehen zu müssen. Der Wunsch nach einem Kind kann so stark sein, daß Sie sich unbewußt verkrampfen. Hier hilft meist nur Geduld und Ablenkung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, vielleicht kann er Ihnen aus medizinischer Sicht weiterhelfen. Mit der Zeit beginnen Sie vielleicht Ihr Leben wieder ohne Baby einzurichten und der Kinderwunsch läßt nach. Andere Paare lehnen den Gedanken an ein eigenes Kind ganz ab, aus Angst, noch einmal eine so schreckliche Erfahrung machen zu müssen. Einige versuchen es mit einer Adoption, für andere ist die Familienplanung abgeschlossen und sie versuchen sich ihr Leben ohne Kinder zu gestalten. Stellt sich Jahre danach doch noch Nachwuchs ein, sind die Ängste nicht mehr so dominant wie in der ersten Zeit nach dem Tod des Babys.

Die folgende Schwangerschaft ist oft von Furcht und Angst begleitet alles noch einmal erleben zu müssen und wieder ohne Kind vom Spital nach Hause zu gehen. Ein Wiederholungsfall ist etwas ganz Schlimmes. Genießen Sie deshalb Ihre erneute Schwangerschaft ganz bewußt und genießen Sie auch jeden Augenblick mit Ihrem Baby, das Bewußtsein, mit Ihrem Kind zusammen zu sein, nimmt Ihnen einen Teil Ihrer Angst vor einem schlechten Ausgang. Es ist wichtig, als Risikoschwangere gut begleitet zu sein, medizinisch sowie auch psychologisch. Ein verständnisvoller Arzt ist von großer Bedeutung. Er sollte Ihnen gut zuhören können und Ihre Sorgen ernst nehmen. Zögern Sie nicht, ihn aufzusuchen oder ihn urn Erklärungen zu bitten. Gehen Sie auch in die Klinik, wenn es Ihnen nötig erscheint. Wenn Sie dann Ihr Baby in den Armen halten, werden Sie dankbar sein für dieses kostbare Geschenk und den wunderbaren Augenblick. So glücklich Sie mit Ihrem Kind sein werden, es kann Sie unmöglich vom Schmerz über den Verlust Ihres verstorbenen Kindes befreien. Dieser Schmerz wird Sie trotz allem Glücksgefühl begleiten in Ihrem Leben. Denn Ihr verstorbenes Baby ist ein Teil von Ihnen, der auch zu Ihnen gehört.

Folgeschwangerschaft – Florian

von Kathrin Demleitner

Er gehört zu uns

 

Allerheiligen. Die katholische Kirche gedenkt ihrer Verstorbenen. Gleichzeitig beginnt mit dem ersten November jene graue, trübe, nasskalte Zeit, die so auf das Gemüt schlägt – Totenmonat eben.

Ich stehe am Grab meines Sohnes. Ich bin schwanger, an meiner Hand unser gut einjähriges „Nachfolgebaby“. Der Herr gibt, der Herr nimmt – wer könnte die Worte des Pfarrers besser nachempfinden als ich? Maximilian ist gestorben, als er eigentlich anfangen sollte zu leben. In der 41. Schwangerschaftswoche, genau drei Tage nach dem errechneten Geburtstermin, war er tot. Keine Herztöne mehr, kein Zappeln mehr in meinem Bauch, nichts. Ausgerechnet die Nabelschnur, lebensnotwendig für den kleinen Mensch, hat dieses sein Leben beendet, zog sich zu um seinen Hals. Für meinen Mann und mich hat unser Kind gelebt, auch wenn es tot zur Welt kam. Er war diese 40 Wochen lang Teil unseres Lebens, unserer Gefühle und Gedanken. Er war unsere Hoffnung, unsere Zukunft. Mit ihm starb ein Teil dieser Hoffnung und Zukunft, vor allem starb das Vertrauen, das Gedankenlose, die vermeintliche „Es-wird-schon-gut-gehen“-Sicherheit. Wir haben um das Mäxchen getrauert, jeder auf seine Art. Wir haben den Schmerz gespürt und aushalten müssen, die Leere, die Sehnsucht, die Wut. Auch heute noch, nach fast drei Jahren – ist es wirklich schon so lange her? – gibt es Momente der unendlichen Trauer, manchmal völlig ohne jeden äußeren Anlaß. Das Mäxchen und sein Tod gehören zu unserem Leben dazu, er gehört zu uns.

Allerheiligen ist der Tag, den wir seinem Andenken gewidmet haben. Ein bisschen bunter und fröhlicher als üblich versuchen wir, das Grab zu gestalten – aber kann es ein kindgerechtes Grab überhaupt geben? Ich empfinde das einfach nur als eine Grausamkeit.

Letztes Jahr im Sommer, eineinhalb Jahre nachdem wir das Mäxchen verloren hatten, ist Florian geboren, gesund und munter, und doch hat auch er etwas von unserer, meiner Trauer mitbekommen. Er hat mit mir über dreißig Vorsorgeuntersuchungen mitgemacht, er hat meine Angst vor einer notwendigen Penicillinbehandlung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten gespürt, er hat das permanente Hineinhorchen und Warten auf auch nur allerkleinste Bewegungen erlebt, er ist in einer dauernden Anspannung in meinem Bauch gewachsen. Als Florian dann endlich da war – wieder eine Woche zu spät! – ist zwar natürlich viel von dieser Angst, es könnte wieder etwas schief gehen, von mir abgefallen, aber die Angst um mein Kind ist mir geblieben. Was gibt es da schließlich nicht noch alles: Herzfehler, Lungenschäden, bislang noch unzureichend erforschte Enzym- und Stoffwechselkrankheiten, Gendefekte, plötzlicher Kindstod… Ich musste erst wieder zu mir selbst und dann zu meinem lebenden Kind finden, bevor ein weitgehend angstfreies, entspanntes und harmonisches Miteinander möglich war. Heute, bei der zweiten „Folgeschwangerschaft“, wird mir klar, wir sehr unter Druck alle Beteiligten von Anfang an bei Florians Entstehen und Wachsen waren. Alleine schon bis ich überhaupt wieder schwanger war, war eine unglaublich belastende Zeit, die Schwangerschaft selbst war neben dem psychischen Stress nach der Totgeburt alles andere als komplikationslos – ich bin froh, dass wir diese Zeit überstanden haben, dass wir sie letztendlich gut überstanden haben.

Jetzt bin ich das dritte Mal schwanger. Völlig ungeplant hat sich dieses Kind in unser Leben geschmuggelt. Zwar wollten wir noch ein drittes Kind, aber nicht so schnell. Ich wollte, nachdem Florian abgestillt war, erst wieder ein wenig Zeit für mich selber haben, vor allem auch körperlich hatte ich mich auf eine Ruhephase eingestellt. Florian war ein sehr anstrengendes Baby, erst nachdem ich krank geworden war, haben wir wirklich eingegriffen. Diese neue Situation, in der wir alle viel zufriedener waren und es nach wie vor sind, wollte ich erst einmal ein bisschen genießen, mit dem Florian zusammenwachsen und mich dann auf ein neues Kind einstellen. Da war ich dann schon wieder schwanger. Erst wollte ich es gar nicht wahrhaben, inzwischen freue ich mich so auf den Zwerg, dass ich mir gar nichts anderes mehr vorstellen kann. Und die Schwangerschaft selber war bisher auch so grundverschieden von den vorhergehenden, dass ich richtig zuversichtlich bin. Natürlich habe ich auch um dieses Kind Angst, je näher der Termin rückt, um desto mehr, aber zum einen lenkt der Florian so ab, fordert seine Rechte und Bedürfnisse ein, dass meine Schwangerschaft eher nebenbei und viel selbstverständlicher stattfindet, zum anderen ist der kleine Mann selbst ja das tagtägliche Beispiel für ein glückliches Ende. Komplikationen gab es bisher auch keine, ich nehme „nur“ die üblichen Vorsorgeuntersuchungen, allerdings immer mit Ultraschall, wahr – manchmal denke ich, dass das dicke Ende schon noch kommen wird, denn bei dem Mäxchen hatte ich auch eine vollkommen reibungslose Schwangerschaft hinter mir und nicht sozusagen schon etwas „abgeleistet“ wie bei dem Florian. An Solche mehr oder weniger idiotischen Gedanken lernt man, sich zu gewöhnen, weil sie einfach immer wieder kommen. Auch das gehört dazu.

Ich stehe an Mäxchens Grab. In mir ist eine merkwürdige Mischung aus Trauer, Schmerz, Angst, Hoffnung, Freude und sogar einem kleinen Stück Vertrauen. Ich weiß nicht, ob ich den Tod meines Kindes verarbeitet habe, ob ich darüber hinweg bin, wie man so sagt. Ich weiß nur, dass ich trotz der immer wiederkehrenden Trauer meinen Frieden damit gemacht habe, dass mein Sohn eben nicht neben mir steht und meine Hand hält, sondern wir ihn hier beerdigt haben. Geblieben ist meine Liebe und Sehnsucht nach ihm, ein Stück Leere und ein sehr großes Bewusstsein um das Geschenk des Lebens. Mein Leben ist ein anderes, ich bin eine Andere, seit ich meinen Sohn tot zur Welt gebracht habe – und seit ich meinen zweiten Sohn lebend geboren habe. Ich weiß auch nicht, warum das alles so passiert ist, wie es passiert ist, aber ich bin sicher, dass ein tieferer Sinn dahintersteckt, ohne dass ich in der Lage bin, ihn zu erkennen.

reude: endlich bist Du da
iebe
hne Angst geht es nicht
uhe ist ein Fremdwort
I    ch muß Dich und mich erst finden
nfang
ie vergesse ich das Mäxchen                                                                                             
November 2000

 

reude wächst
hne Überhand zu gewinnen
iebe fängt an
rösser zu werden
rinnerungen werden wach:
o war`s beim Mäxchen auch
ourage manchmal
offnung immer
issen
bsolute Sicherheit gibt es nicht
ie verzweifeln
lück gibt es auch für uns
in Kind, eine
ichtige Familie
cheint Wirklichkeit werden zu können, die
hancen stehen gut, sagen die Ärzte
elfen mit eindeutigen Untersuchungsergebnissen
ber das Aber bleibt
ingerzeige immer noch auf den
od                                                                                                    
              26.01.1999

Folgeschwangerschaft – Lena

von Monika Günther

Für die, die mich nicht kennen: ich habe 1/98 meine Tochter Lara tot zur Welt gebracht. 14 Monate später entschied ich mich für ein neues Kind.

Wie Du weißt, habe ich mich sehr bewußt für Lena entschieden; trotzdem habe ich mir während der Schwangerschaft oft die Frage gestellt, ob ich schon bereit bin für dieses neue Leben. Wie oft habe ich mir nachts die Frage gestellt, was wohl wäre, wenn dieses Kind in meinem Bauch auch wieder stürbe.

Als ich gerade anfing zu vertrauen, begannen die Komplikationen. (Und davon hatte ich reichlich in dieser Schwangerschaft.) Bis Lena eben 10 Wochen zu früh auf die Welt kam.

Und da lag ich nun. Wieder allein und mit leeren Armen. Ich besuchte sie. Eigentlich tat ich den ganzen Tag nichts anderes, als sie besuchen, abpumpen und beten. Die Ärzte sagten, es gäbe nichts zu befürchten, aber ich glaubte ihnen nicht. Ich hoffte, daß sie Recht hätten; und sie hatten Recht. Mir half damals unser kleines Abschiedsritual  für Lara, denn es machte dem Gefühl der Wiederholung ein Ende. Vielleicht war es aber auch Zufall, daß ich plötzlich vertrauen konnte.